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SparteKonzert
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Spielstätte
Es gibt Musik, die entzündet. Nicht laut, nicht sofort – sondern wie ein innerer Funke, der sich ausbreitet, Spannung auflädt und in Bewegung gerät. Das 7. Philharmonische Konzert folgt genau dieser Dramaturgie: von dunkler Unruhe über leidenschaftliche Verdichtung bis hin zu einem Rausch des Rhythmus, der sich nicht mehr bändigen lässt.
Den Auftakt bildet die „Faust-Ouvertüre“ von Emilie Mayer. Inspiriert von Goethes Faust-Figur, entwirft Mayer kein erzählendes Tongemälde, sondern ein psychologisches Klangbild rastloser Suche. Dunkle Farben, gespannte Linien und eruptive Gesten
prägen eine Musik, die nach vorne drängt und zugleich innerlich zerrissen bleibt. Faust erscheint hier nicht als Held im klassischen Sinn, sondern als Getriebener, als ein Mensch im Konflikt zwischen Erkenntnisdrang und existenzieller Unruhe.
Eine andere, ebenso intensive Innenspannung entfaltet das Klavierkonzert g-Moll von Dora Pejačević. In diesem Werk begegnen sich spätromantischer Glanz und tiefe Melancholie. Das Klavier bewegt sich zwischen kraftvollem Aufbegehren und lyrischem Innehalten, zwischen virtuoser Geste und verletzlicher Zurücknahme. Pejačevićs Musik wirkt hochsensibel und zugleich von großer Entschlossenheit getragen. Dass dieses Konzert den Beginn ihrer kompositorischen Laufbahn markierte, verleiht ihm eine besondere Spannung: Hier spricht eine Stimme, die viel zu sagen hatte und viel zu früh verstummte.
Mit der Siebten Sinfonie von Ludwig van Beethoven erreicht der Abend schließlich eine neue Ebene der Energie. Diese Sinfonie ist weniger ein dramatisches Ringen als ein unaufhaltsamer Strom aus Rhythmus und Bewegung. Schon Zeitgenossen sprachen von
einem Taumel, von Tanz, von Ekstase. Aus scheinbar einfachen rhythmischen Motiven entfaltet Beethoven eine Musik von ungeheurer Sogkraft. Sie wird zu einem kollektiven Impuls, der sich steigert, verdichtet und im Finale explosionsartig entlädt.
So entsteht ein Konzertbogen, der innere Konflikte nicht glättet, sondern hörbar macht und sie in Energie verwandelt. „Sprühende Funken“ meint hier keine dekorative Oberfläche, sondern jene Momente, in denen Musik Funken schlägt: zwischen Zweifel und Entschlossenheit, zwischen individueller Stimme und gemeinsamer Bewegung. Ein Abend, der zeigt, wie intensiv klassische Musik sein kann, wenn sie nicht beruhigt, sondern entfacht.
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Hörschleife vorhanden
Sie können induktiv über die Telefonspule Ihrer Hörgeräte hören. -
Für Rollstühle geeignet
Wir bitten dennoch um Anmeldung per E-Mail oder unter 0355 7824 242.
Besetzung
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KlavierOliver Triendl
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Musikalische Leitung
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Es spielt