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Sein oder Nichtsein

(To Be or Not To Be)
Komödie von Nick Whitby nach dem gleichnamigen Film von Ernst Lubitsch
Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel

Das Warschauer Polski-Theater probt im August 1939 das Stück „Ein Geschenk von Hitler“, eine Satire auf Nazi-Deutschland, deren Premiere wegen der politischen Lage zwischen Polen und Deutschland verboten wird. Kurzfristig nimmt die Truppe Shakespeares „Hamlet“ wieder auf den Spielplan, wobei Josef Tura, der männliche Star des Hauses, die Titelrolle spielt. Als bei der Vorstellung während seines Monologs „Sein oder Nichtsein“ ein Mann den Saal verlässt, ist Josef fassungslos. Er ahnt (noch) nicht, dass seine Frau, die Star-Schauspielerin Maria Tura, mit eben diesem Mann, dem jungen polnischen Flieger Stanislaw Sobinsky, in ihrer Garderobe eine Affäre hat. Die Intrigen, Eifersüchteleien und das groteske Konkurrenzgerangel innerhalb der Schauspieltruppe werden kurz darauf vom Beginn des Zweiten Weltkriegs überschattet. Die deutsche Wehrmacht bombardiert und besetzt Warschau, das Polski-Theater wird geschlossen.

Ein Jahr später taucht bei den nun arbeitslosen Theaterleuten Marias Verehrer Stanislaw mit einem Geheimauftrag aus England auf. Er muss einen Spion namens Professor Silewski töten, der die gesamte polnische Untergrundbewegung an die Gestapo verraten will. Spontan entwickelt die Truppe einen Plan. Die Gestapo hat ihr Hauptquartier im Narodowy-Theater, der früheren Konkurrenzbühne, eingerichtet. Um Silewski zu schnappen, verwandeln sie nun ihr Polski-Theater mit alten Dekorationen in ein Gestapo-Hauptquartier und sich selbst mit Kostümen in überzeugte Nazis. Josef Tura spielt die Rolle des berüchtigten Gruppenführers Erhardt und empfängt den echten Spion, der das Theater nicht lebend verlässt. Da aber Maria Tura in das echte Gestapo-Hauptquartier zum echten Gruppenführer Erhardt vorgeladen ist, müssen die Schauspieler ihr aberwitziges Spiel noch weiter treiben. Dieses entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit zu einer künstlerischen Bewährungsprobe, bei der es um nichts Geringeres geht als um das pure Sein oder Nichtsein.

Grundlage für die Komödie ist der Film „To Be or Not To Be“ von Ernst Lubitsch aus dem Jahre 1942. Nick Whitby verfasste die Bühnenadaption, die 2008 am Broadway uraufgeführt wurde. Mario Holetzeck zeigt in seiner Inszenierung eine Gruppe von Künstlern, die mit ihren speziellen Mittel unerschrocken ums Überleben ringt und dabei über sich selbst hinauswächst.

PREMIERE Samstag, 2. November 2013

Präsentiert von

Besetzung

RegieMario Holetzeck
BühneGundula Martin
KostümeSusanne Suhr
MusikHans Petith, Grzegorz Klemba
DramaturgieBettina Jantzen
RegieassistenzMaria Bock
 
Josef Tura SchauspielerOliver Breite
Maria Tura Schauspielerin, Frau von JosefKristin Muthwill
Stanislaw Sobinsky polnischer FliegeroffizierMichael von Bennigsen
Dowasz SchauspieldirektorJochen Paletschek
Anna Garderobiere, gute Seele des TheatersSigrun Fischer
Rowicz SchauspielerKai Börner
Eva Zagatewska SchauspielerinLaura Maria Hänsel, Ariadne Pabst
Grünberg SchauspielerThomas Harms
Junger Grünberg Sohn von GrünbergAdrian Rocksch, Fabian Mildner
Walowski Staatsdiener der ZensurbehördeMichael Becker
Professor Silewski Spion für die GestapoGunnar Golkowski
Gruppenführer Erhardt Mitglied der GestapoRolf-Jürgen Gebert, Daniel Borgwardt
Sturmführer Fleischer Mitglied der GestapoMichael Becker
 
Ein Musiker des Polski TheatersGrzegorz Klemba
 
Gestapo, Amerikanischer Luftwaffenoffizier Herren der Statisterie

Rezensionen

Frank Dietschreit, rbb Kulturradio, 5.11.2013

„Die Widerstandskämpfer der Warschauer Schauspielertruppe schlüpfen ständig in neue Rollen und Kostüme. Mit einem ironischen Lächeln zeigen sie uns, wie Theaterillusionen funktionieren: Die Drehbühne rotiert und bringt in Windeseile einen neuen Fantasieraum und einen völlig veränderten Darsteller hervor. Vor allem Oliver Breite muss seinem Verwandlungstrieb und Komödienaffen Zucker geben: Als Josef Tura ist er ein eitler Fratz und selbstverliebter Mime; als Hamlet eine Witzfigur in weißen Strumpfhosen und mit blonder Prinz Eisenherz-Perücke; als gehörnter Ehemann ein bemitleidenswertes psychischen Wrack; wenn er den falschen SS-Gruppenführer Erhardt gibt, um einem polnischen Verräter geheime Papiere abzujagen, ist eine grandiose Nazi-Karikatur; und wenn er sich als verräterischer Professor Silewski ausgibt, ist er ein gefährliches, berechnendes, aalglattes Monstrum. Oliver Breite, der in Sekundenbruchteilen von einer Knallcharge zum Charakterdarsteller mutiert, ist das Zentrum der Inszenierung[…].“


Stefan Amzoll, Neues Deutschland, 9.11.2013

„Vor Einfällen nur so sprudelndes Theater, das die Zentralnerven der Schauspielerei poetisch-sinnlich hervorkehrt. […] Da geht es kurios in die Gefilde des Letztendlichen, so komisch, dass einem vor Schrecken die Freudentränen kommen. Nicht zu vergessen das Akkordeon, das Grzegorz Klemba spielt. Sobald es anhebt, bringt es so viel Poesie, Anmut und Schönheit in die Vorgänge, dass die Aufrechten gar nicht anders können, als zu singen und sich im Tanze zu wiegen.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 9.11.2013

„Nick Whitby hat die Komödie ‚Sein oder Nichtsein‘ nach einem gleichnamigen Hollywood-Film von Ernst Lubitsch geschrieben, der ein Meisterwerk zur falschen Zeit war. Die USA traten eben in jenen Krieg ein und mochten über laufendes ‚Heil Hitler!‘ nicht lachen. Das muss das Publikum aber, denn er ist urkomisch geradezu genial. Nicht vielleicht in Amerika, aber hier bei Mario Holetzeck. Der sucht subtil nach den Empfindungen dieser Menschen, dieser geradezu übersensiblen Schauspieler, die ausgefüllt sind mit ihren Zwistig- und Eitelkeiten. […] Holetzeck entfacht viel Bewegung, um den Momenten Gewalt und Zärtlichkeit zu geben. Aus allen Türen und Luken kommen und gehen die Darsteller, einer fällt sogar durchs zerbombte Theaterdach. Trotzdem bleibt zwischen Kostümstangen kuschelnde Geborgenheit, klagt melancholisch das Akkordeon von Grzegorz Klemba, der zum wirklich tragenden Regieeinfall (neben vielen anderen) wird. Den Wechsel von Spiel und Spiel im Spiel markieren stark kontrastierende Bilder (Gundula Martin) und durch die Jahrhunderte von Shakespeare bis in die Warschauer Gestapo-Zimmer führen Kostüme von Susanne Suhr. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Schauspielerpaar Tura. Oliver Breite macht den Josef zum selbstverliebten Sensibelchen. Seine knabenhafte Eitelkeit steigert sich zu wirklichem Mut, wenn es ums (Über-)Leben geht. Breite in Hochform. An seiner Seite ein neues Gesicht: Kristin Muthwill, aus Konstanz zum Ensemble gestoßen, gibt ihr Cottbus-Debüt als Diva, gerissen und verführerisch. Ihre Maria überzeugt in allen Lebenslagen zwischen Nazi-Spiel und Nazi-Sein. Herrlich wie sie zum jungen Fliegeroffizier (Michael von Bennigsen) gerissen wird und dann doch die Würde und Treue wahrt. Ihre ‚Lilli Marlen‘ richtet sich sanft nach innen, nicht an arme Schweine in Schützengräben. In der Anti-Nazi-Kampftruppe formen Kai Börner, Laura Maria Hänsel und Thomas Harms eindrucksvolle Figuren, während Jochen Paletschek (neu im festen Ensemble, aus Altenburg/Gera kommen) als ihr Direktor etwas blass bleibt. Sigrun Fischer gibt der kleinen Garderobieren Rolle große Auftritte, und Rolf-Jürgen Gebert kennzeichnet mit extatischen Tennis-Aufschlägen vom Schreibtisch aus das Führer-Format eines Gestapo-Häuptlings. Es gibt viel zu lachen in diesen drei ‚Sein oder Nichtsein‘-Stunden.“


Renate Kulick-Aldag, Cottbuser Wochenkurier, 6.11.2013

„II. Weltkrieg. Im von den Deutschen besetzten Warschau spielt eine Theatergruppe um ihr Leben. Es geht im wirklichen Sinne um ‚Sein oder Nichtsein‘. In der gleichnamigen Komödie/Satire von Nick Whitby zeigt das Cottbuser Staatstheater-Ensemble, dass es beides kann – krachend lustig sein und dabei tieftraurig. Die Premiere am vergangenen Samstag ist gelungen. Jüdischer und britischer Humor vereinen sich aufs Feinste. Eine großartige Leistung des gesamten Ensembles.“

Bildergalerie

Film

»Sein oder Nichtsein« Trailer (Staatstheater Cottbus)

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