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Hexenjagd

Schauspiel von Arthur Miller
Deutsch von Hannelene Limpach und Dietrich Hilsdorf
Mitarbeit: Alexander F. Hoffmann

Salem, Massachusetts, im Jahr 1692: Eines Nachts erwischt Pastor Parris mehrere Mädchen aus dem Städtchen bei merkwürdigen Ritualen im Wald. Einige von ihnen leiden seitdem an einem schockartigen Zustand. Oder sind die Mädchen gar verhext? Die von Neid und Zwietracht ohnehin angegriffene Gemeinde zieht Reverend Hale, einen erfahrenen Teufelsspezia­- listen, zu Rate.

Abigail Williams – Parris‘ Ziehtochter und zugleich Initiatorin der harmlosen Riten – und ihre Freundinnen befürchten harte Strafen der bigotten Gemeinde und beschuldigen scheinbar wahllos Bürger vor dem extra einberufenen Gericht der Hexerei. Unter den Verdächtigen ist auch Elisabeth Proctor, die Ehefrau des angesehenen John Proctor, mit dem Abigail vor Monaten eine Affäre hatte. Als Elisabeth Proctor durch eine Aussage Mary Warrens, einer Freundin Abigails, belastet wird, gibt John Proctor seinen Ehebruch vor Gericht zu. Elisabeth, die ihren Mann vor den Folgen des zunehmend um sich greifenden Wahns bewahren möchte, sagt jedoch das Gegenteil aus. Öffentlich der Lüge überführt, wird Elisabeth zum Tode verurteilt. Der vor Wut und Entsetzen rasende John will Mary Warren zwingen, die Aussagen der Mädchen als gemeinsam konstruierte Lüge zu enttarnen. Doch er unterschätzt Abigails manipulative Kräfte – Mary widerruft und John Proctor wird ebenfalls zum Tode verurteilt. Reverend Hale, den längst Zweifel an den Aussagen der „Zeuginnen“ plagen, tritt vom Gericht zurück. Aber auch er kann den Lauf der Dinge nicht verhindern. 

Arthur Miller schrieb HEXENJAGD 1953 als Kommentar auf die amerikanische Kommunisten-Hetzjagd unter Senator McCarthy. Als Vorlage dienten Miller historisch belegte Ereignisse in einer puritanischen Gemeinde in Salem um 1620, deren Mitgliedern ein fanatisch ausgerichteter Glaube half, sich als Einwanderer in einer fremden Umgebung zu orientieren. Regisseur Andreas Nathusius stellt sich mit diesem heute erneut hoch aktuellen Stoff erstmals in Cottbus vor.

Hier finden Sie einen Filmbeitrag von Lausitz TV Cottbus.

PREMIERE Samstag, 20. Mai 2017

Präsentiert von

Besetzung

RegieAndreas Nathusius
Bühne und KostümeAnnette Breuer
MusikFelix Huber
VideoKonrad Kästner
DramaturgieSophia Lungwitz
RegieassistenzJens Dierkes
 
Reverend ParrisThomas Harms
Betty ParrisLucie Thiede
Abigail WilliamsLisa Schützenberger
Mrs. Ann PutnamSusann Thiede
Thomas PutnamKai Börner
Mercy LewisMaja Lehrer
Mary WarrenAriadne Pabst
John ProctorGunnar Golkowski
Rebecca NurseHeidrun Bartholomäus
Giles CoreyMichael Becker
Reverend John HaleAlexander Höchst
Elisabeth ProctorSigrun Fischer
Francis NurseRolf-Jürgen Gebert
Ezekiel Cheever, Gerichts-BeisitzenderHenning Strübbe
Danforth, stellv. GouverneurDirk Witthuhn
Marshall HerrickStatist

Rezensionen

Daniel Schauff, Lausitzer Rundschau, 22.5.2017

„Nathusius, der zum ersten Mal für das Cottbuser Staatstheater inszeniert, verlässt sich in "Hexenjagd" zurecht voll und ganz auf die Stärke seiner Darsteller. Gunnar Golkowski spielt John Procter, der vom Ehebrecher zum Helden wird, weil er sich nicht beugen lässt und den eigenen Tod einem erlogenen Bündnis mit dem Schlechten vorzieht. Seine Wut und seine Verzweiflung werden von Szene zu Szene deutlicher, gefährlicher und bedrückender. […] Es sind zum Teil nur kleine Nuancen in der Stimme, die Reverend Parris (Thomas Harms) zum gewollten Ekelpaket werden lassen, das allein um seinen guten Ruf in der Gemeinde fürchtet. Reverend John Hale (Alexander Höchst) hingegen stellt am Ende seine Menschlichkeit über seinen festen Glauben. Den Weg dorthin geht Höchst mal mit beeindruckender innerlicher Ruhe, bei der seine Stimme die Hauptrolle spielt, mal mit so viel Leidenschaft, dass der Zuschauer gar nicht anders kann, als mitzuleiden. […] Viel besser als mit Nathusius' Hexenjagd kann man einen mitreißenden Theaterabend nicht zubringen.“


Hartmut Krug, Märkische Oderzeitung, 22.5.2017

„[…] Regisseur Andreas Nathusius gelingt es, das klug gekürzte Stücke ohne äußerliche Aktualisierungen als durchaus heutiges Assoziationsmaterial über gesellschaftliche Ängste vorzustellen. […] Vor allem aber erlebt der Zuschauer ein tolles Ensemble in Bestform. An der Spitze Gunnar Golkowski, der die Zerrissenheit des Proctor, der einen Fehltritt mit der jungen Abigail bereut und vor dem Gericht zwischen falschem Geständnis von Teufelskontakt und Standhaftigkeit schwankt, sensibel ausstellt. Wie er mit seiner Frau (Sigrun Fischer mit wunderbar klarer, emotionaler Figurenzeichnung, so stark wie lange nicht) auf der Suche nach neuer alter Gemeinsamkeit ist und zugleich die Beziehung zu Abigail (Lisa Schützenberger, kraftvoll im Spiel und so intensiv wie differenziert in der Figurenzeichnung) vergeblich zu ordnen versucht, das gibt der Inszenierung viel Spannung.“


Andrea Fritz, Südkurier, 25.5.2017

„Nathusius setzt auf die Spielkraft und die Authentizität seiner Darsteller und gewinnt damit das Publikum im Friedrichshafener Graf-Zeppelin-Haus auf ganzer Linie für sich. […] Die Zuschauer hatten viele Gelegenheiten Parallelen zur Gegenwart zu ziehen. […] Nathusius hat seine Darsteller aufgefordert authentisch zu bleiben, die Leute wüssten auch ohne große Theatergesten, worum es ginge. Das hat dazu geführt, dass Thomas Harms die Figur des Referenten Parris in allen Facetten ausleuchten konnte, Abigail alias Lisa Schützenberger ging in ihrer manipulativen Rolle auf, ohne dabei theatralisch zu wirken und auch Elisabeth Proctor alias Sigrun Fischer konnte ihre Glaubhaftigkeit belegen, mit hilflosen kleinen Gesten und echten Tränen. Auch Gunnar Golkowski stand es frei, nicht den stets zu seiner Überzeugung stehenden amerikanischen Helden John Proctor zu mimen. Er durfte subtil mit sich hadern, in Selbstzweifel und Entscheidungsnot versinken und das Publikum mit in diesen Abgrund reißen. Seine dramaturgische Stärke bezieht die Inszenierung aber auch aus einer zweiten Quelle: der Musik. Zarte Töne oder das Summen einer Melodie, wenige aber eindringliche Orgelklänge oder verschwörerischer Chorgesang befeuern die Fantasie dort, wo das schlichte Bühnenbild an seine Grenzen stößt."


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 9.6.2017

„Gänsehaut überzieht den Körper, wenn die jungen „Hexen“ sich wahnsinnhaft gebärden, beklemmend treffen fanatischer Rechtsspruch und unfrommes Priestertum auf den fassungslosen Betrachter. Miller schuf ein Werk weit über die Erscheinungen seiner Zeit hinaus, und mit Regisseur Andreas Nathusius entwickelt ein offensichtlich großer Meister theatralischer Zuspitzungen diese unerwartete Nähe. […] Hexenjagd wird Gegenwart durch lebendige Charaktere. Ergreifend spielen Gunnar Golkowski den zerbrochenen und doch stolzen Mann, Sigrun Fischer seine gedemütigte und so starke Frau. Sie braucht nicht einmal Text, zeigt ihre tiefen Gemütsrisse in nur angedeutet abbrechenden Bewegungen, verhalten-genauer Mimik, schweigender Sprache. Und welch Grimm liegt in diesem Reverend Parris von Thomas Harms, der so voller Gift sein kann. Glaubwürdig auch die wild begehrende Abigail von Lisa Schützenberger. Überhaupt erlebt das Publikum eine Ensembleleistung höchster Qualität. Und dies auf einer Bühne, die Ernst und Angst ausstrahlt, so wie die düsteren Kostüme es tun. Annette Breuer hat diese Ausstattung weitestgehend zeitlos geschaffen und damit der scheinbar vergangenen Düsternis Zutritt in die Gegenwart verschafft.“


Jens Pittasch, Blicklicht, Juli/August 2017

„In Cottbus beginnt alles mit einem visuell-klanglich, emotional-erregenden Videoauftakt (Konrad Kästner), der Dramatik ankündigt, die sich zwar nicht gleich zu Beginn, dann jedoch steil ansteigend einstellt. […] Schließlich tritt der seltene Effekt ein, dass man nicht mehr das einem doch sehr gut bekannte Ensemble sieht, sondern wirklich pures, faszinierendes Geschehen, Figuren und deren (meist) Leiden, Handlung und deren zunehmende Ausweglosigkeit – eine außergewöhnliche Leistung. […] Es ist ein wichtiges Stück – in einer bemerkenswerten Umsetzung."

Bildergalerie

Film

HEXENJAGD - Staatstheater Cottbus (Trailer)

Hexenjagd-Teaser2

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Mich (16, w.) hat das Schauspiel gestern so berührt, dass ich am Ende bzw. nahen Ende geweint habe, und ich weine selten überhaupt. Ich werde mir Hexenjagd auf jeden Fall …