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Die spanische Fliege

Schwank von Franz Arnold und Ernst Bach

Im Hause des Senffabrikanten Ludwig Klinke ist das Idyll aus Moral und Anstand in Gefahr. Seine Frau Emma vertritt als Präsidentin des „Bundes für Mutterschutz“ strenge sittliche Ansprüche und deckt die heimliche Beziehung ihrer Tochter Paula mit dem ehrgeizigen Rechtsanwalt Fritz Gerlach auf. Für Klinke kommt er als Schwiegersohn nicht in Frage, macht er ihm doch in einem Rechtsstreit Ärger, und für Emma schon gar nicht, denn sie hat für Paula bereits einen Heiratskandidaten organisiert, dessen Antrittsbesuch bevorsteht. Aber Klinke fürchtet auch, dass Emma sein eigenes wohl gehütetes Geheimnis erfährt: Vor 25 Jahren hatte er eine Affäre mit einer Varietétänzerin, genannt die „spanische Fliege“, und zahlt seitdem Unterhalt für einen ihm unbekannten Sohn. Im Bemühen, die Akten dieser pikanten Angelegenheit in Sicherheit zu bringen, gelangen sie unvermutet in Fritz Gerlachs Hände, der sie im Kampf um seine geliebte Paula nutzt.

Als der schüchterne Heinrich Meisel aus Chemnitz auftaucht, entstehen zahlreiche Verwechslungen. Heinrich verliebt sich in Wally, Paulas Cousine, glaubt aber, Klinkes Tochter vor sich zu haben. Fritz gibt dem verklemmten Heinrich Verhaltenstipps, so dass dieser Klinke mit „Freu dich Papa, nun bin ich da!“ begrüßt. Klinke meint, den Sohn der „spanischen Fliege“ vor sich zu haben, und weitere Männer aus dem Familienkreis entpuppen sich als mögliche Väter. Schließlich erscheint auch noch die „spanische Fliege“ höchstselbst und die ehrenwerten Herren geben alles daran, ihr Gesicht zu wahren.

Der Komiker Franz Arnold (1878-1960) und der Schauspieler, Regisseur und Autor Ernst Bach (1876-1929) lernten sich 1909 in Berlin kennen, wo ihre fruchtbare Zusammenarbeit begann. Gemeinsam verfassten sie zahlreiche Schwänke. DIE SPANISCHE FLIEGE wurde 1913 uraufgeführt und war der erste große Erfolg dieses Autorenteams.

PREMIERE Sonntag, 9. Oktober 2016

Besetzung

RegieMario Holetzeck
BühneGundula Martin
KostümeSusanne Suhr
DramaturgieBettina Jantzen
 
Ludwig Klinke, MostrichfabrikantAmadeus Gollner
Emma, seine FrauSusann Thiede
Paula, deren TochterLucie Thiede
Eduard Burwig, Emmas BruderMatthias Manz
Wally, seine TochterLisa Schützenberger
Alois Wimmer, Emmas SchwagerGunnar Golkowski
Dr. Fritz Gerlach, RechtsanwaltHenning Strübbe
Anton TiedemeierMichael Becker
Gottlieb MeiselOliver Seidel
Mathilde, dessen FrauBoris Schwiebert
Heinrich, deren SohnJohannes Kienast
Mario, Wirtschafter bei KlinkeMichael von Bennigsen
 
Geräuschemacher Dietrich Petzold, Tobias Dutschke

Rezensionen

Renate Marschall, Lausitzer Rundschau, 11.10.2016

„Sie sind regelrecht gefeiert worden […]. Zu Recht, denn an diesem Abend stimmte einfach alles. Was für ein Spektakel: In knallbunten Kostümen rennen, hüpfen, wanken, kriechen die Akteure über die Bühne. Regisseur Mario Holetzeck und Bühnenbildnerin Gundula Martin haben das mit dem Schwank ernst genommen: Der Bühnenboden ist mit Schaumgummi-Matratzen ausgelegt, angeschrägt noch dazu. […] Ohne sie [die Geräuschemacher Tobias Dutschke und Dietrich Petzold] wäre der Spaß nur halb so groß. Der gute alte Stummfilm lässt grüßen. […] Mostrich-Fabrikant Ludwig Klinke […] (köstlich Amadeus Gollner – zwischen der Erprobung neuer Mostrichsorten und dem Familienchaos hin und her gerissen) […] Nicht nur einmal halten die Zuschauer den Atem an, wenn alle in einem Affenzahn durcheinander springen, ohne sich gegenseitig wehzutun. Wie machen die das, haben die ein Navi verschluckt? […] Mutter und Tochter Thiede, Susann und Lucie, sind auch im Stück ein tolles Mutter-Tochter-Pärchen. Die Onkel, Gunnar Golkowski, Matthias Manz und Michael Becker tragen zur Verwirrung bei, denn die ersten beiden haben auch für den Sohn gezahlt. Dieses Schauspielensemble ist einfach nur großartig. […] komisch ohne Ende und bis zum Ende. Ihrem Charakter entsprechend hat Susanne Suhr die Figuren eingekleidet – schräg, bunt, lachhaft. […] Der breit sächselnde Heinrich, ursprünglich Klinkes Tochter zugedacht, kriegt seine Wally, Cousine von Paula – wunderbar Lisa Schützenberger und Johannes Kienast, der in der Maske kaum zu erkennen ist. Eine tolle, dramaturgisch gewollte Steigerung legt Michael von Bennigsen als Wirtschafterin Marie hin. Am Schluss sieht er aus wie Conchita Wurst. Gut zwei Stunden lang Spaß vom feinsten und ein unaufdringlicher Blick auf die bürgerliche Gesellschaft.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 15.10.2016

„ […] Ganz erstaunlich ist, dass alle Beteiligten […] so innig im Senf (besser: Stoff) stecken, dass jede Aktion und Reaktion tatsächlich wirkt, wie frische Komik aus der Situation. […] [Amadeus] Gollner lebt den Ernst seiner Aufgabe und die Sorge um das Wohl seiner Lieben. Wenigstens acht Senfsorten hat er immer dabei. Amüsant auch der kleine Sachse Meisel von Johannes Kienast, von atemlosem Eifer auch die übrigen zehn Beteiligten. Das Fallen hat gefallen. Es gab reichlich Applaus – auch für die Geräusche-Männer Tobias Dutschke und Dietrich Petzold, die es heftig knirschen und quietschen ließen. […] “


Jens Pittasch, Blicklicht, 11/2016

„ […] wunderbunt übertrieben, durchweg auf höchstem Niveau und mit vollem (auch Körper-)Einsatz eine großartig andere Interpretation des angestaubten Formats Schwank […] “

Bildergalerie

Film

Trailer-DIE SPANISCHE FLIEGE

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Ein herrlich grotesker Klamauk, in bunten Bildern erzählt und mit dem Soundtrack meiner Jugend. Unverkrampft in der Handhabung des Stoffes, aber mit höchstem körperlichen Einsatz aller Darsteller. Wer die Ästhetik …