Rusalka

Lyrische Oper in drei Akten op. 114 von Antonín Dvořák
Libretto von Jaroslav Kvapil
Deutsche Übersetzung von Eberhard Schmidt

Rusalka, die Nixe in Dvořáks berühmter Oper, möchte ein Mensch werden. Denn nur mit menschlicher Seele und Gestalt kann sie die Liebe des Prinzen gewinnen, den sie oft am Wasser beobachtet. Ihr Vater, der Was­sermann, warnt vor der fremden Welt, die sich seinem direkten Zugriff verweigert und will die Tochter nicht ziehen lassen. Er droht, dass sie beim Scheitern ihres Vorhabens nur dann in ihre Wasserfamilie zurückkehren dürfe, wenn sie den geliebten Mann töte. Aber Rusalka ist sicher, dass der Prinz ihre Gefühle erwidern wird. Sie wendet sich an die Hexe Jezibaba, die zynisch eine beinahe unzumutbare Bedingung stellt: Die Nixe dürfe die Wasserwelt nur verlassen, wenn sie diesen Schritt zu den Menschen stumm, also ohne eigene Stimme, geht. Rusalka ist zu einer solchen Selbst­aufgabe bereit. Bezaubert von dem schönen exotischen Wesen nimmt der Prinz Rusalka mit auf sein Schloss. Doch wie anders als in ihren Träumen begegnen ihr die Menschen! Feindselig spotten sie über das stumme „teuflische Weib“. Als sich ihr geliebter Prinz in die Umarmung einer fremden Fürstin stürzt, flieht Rusalka. Der Wassermann weist sie zurück und erinnert daran, dass sie selbst die Entscheidung getroffen hat. Trost müsse sie nun in sich selbst finden. Da Rusalka die Tötung des Prinzen ablehnt, verstoßen sie ihre Nixenschwestern, während der Wassermann das ganze „Menschenpack“ verflucht. Als todbringendes Irrlicht begegnet Rusalka dem Prinzen zum letzten Mal.

PREMIERE Samstag, 7. Juli 2012

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e. V.

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
Regie und BühneRalf Nürnberger
KostümeJohannes Haufe
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieBernhard Lenort
RegieassistenzAnnaLisa Canton
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Peter Wingrich, Bo-Kyoung Kim
ChorassistenzIrene Berlin
 
RusalkaJudith Kuhn
PrinzJens Klaus Wilde
Fremde FürstinGesine Forberger
WassermannIngo Witzke
HexeCarola Fischer, Marlene Lichtenberg
HegerAndreas Jäpel, Niccolo Paudler
KüchenjungeDirk Kleinke
JägerMatthias Bleidorn
 
1. Elfe Carla Frick/Theresa Dittmar
2. Elfe Julia Bernhart/Annemarie Schlag/Alba Vilar
3. Elfe Eva Schuster/Maria Schlestein
 
Nixen Damen des Opernchores
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 9.7.2012

„Dass nicht alle Märchenprinzen am Ende ihre Prinzessin bekommen, erwies sich in der letzten Premiere der Saison im Staatstheater. Rusalka und ihren Geliebten dennoch in zauberischem Glanz erstrahlen zu lassen, gelang Evan Christ und dem Philharmonischen Orchester. In der Mitte zwischen oben und unten, in einem Musiksalon, der schon bessere Tage gesehen hat, lässt Regisseur und Ausstatter Ralf Nürnberger das Märchen von der sehnsuchtsvollen Wassernixe Rusalka spielen. Auf Partiturseiten finden die Figuren ihren Autor Jaroslav Kvapil und ihren Komponisten Antonin Dvorak. Ein halb versunkener Flügel wird zum Zauberkasten für übermütige Naturwesen, zum Lager für die unmögliche Liebe zwischen Mensch und Naturwesen, schließlich zum Katafalk für den Prinzen. Eine lange Leiter führt hinab in die Tiefe des Sees und hinauf zum Licht. […] Evan Christ verletzte nie das Märchenhafte, also den Erzählgestus in dieser Partitur. Alle grellen, womöglich in eine reale Welt hineinragenden Klänge vermied er auf das Peinlichste. Dafür verbreiteten die gespaltenen Flöten- und hohen Streicherklänge fast fühlbar die feuchte Kühle des Sees und die Harfe gab die Sehnsucht hinzu. Das grandios geblasene Horn spielte das symbolistische Märchen vom weißen Reh, ein voller Orchesterrausch führte den Prinzen bis fast an die Grenze des Märchenlandes, nie aber darüber hinaus.“


Matthias Käther, Kulturradio vom rbb, 9.7.2012

„Es gab, neben einer herausragend agierenden, sehr bühnenpräsenten Marlene Lichtenberg als Hexe und einem herrlich verstörten Jens Klaus Wilde als Prinz zwei musikalische Helden an diesem Abend: zum einen die Rusalka, Judith Kuhn, die mit leuchtender, silberner Stimme nie enttäuschte, auch in den expressiven Momenten nicht – und wieder einmal Evan Christ, für mich ein ganz großer Operndirigent unserer Region.  Er hat hier versucht, dem Regiekonzept zu folgen und die Musik vehement in Richtung Richard Strauss geschoben – und siehe da, es funktioniert! Christ hat gezeigt, wie viel Delikates und jugendstilhaft Verschlungenes in diesem vielgehörten Repertoirestück noch ungeweckt schlummerte. Da leuchtete wirklich das neue 20. Jahrhundert auf, der Schluss wirkte mit seinen üppigen Klangwogen wie eine Vorwegnahme von Straussens Daphne. Da Deutsch gesungen wird, sind solche Assoziationen natürlich noch leichter herzustellen.“

Bildergalerie

Film

RUSALKA am Staatstheater Cottbus

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Meinungen

Die Meinung des Besuchers aus der Potsdamer Vorstellung ist indiskutabel. Wir waren zu acht in Cottbus und alle sehr, besonders von der musikalischen Seite, begeistert. mfg