Madame Pompadour

Operette in drei Akten
Buch von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch
Musik von Leo Fall | Karnevalsspektakel 
DIE BESONDERE INSZENIERUNG

Ist der Karneval heute tatsächlich noch das, was er einmal war? Vermag er neben politischen Büttenreden und dem ausgelassenen „Zug der fröhlichen Leute“ jenes unbeschreibliche Prickeln erotischer Verwirrspiele zu provozieren, das im historischen Paris Jung und Alt einander nicht nur in die Arme trieb? Die kaum durch ihre Enthaltsamkeit bekannt gewordene Madame Pompadour – die Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. – mischt sich auf der Suche nach eben diesem Kitzel incognito unter das feiernde Volk. Im Karnevalstrubel trickst sie einfallsreich den Polizeiminister Maurepas aus, der sie in flagranti erwischen und damit beim König unmöglich machen will. Den Grafen René, der während eines Kostümballs aktive Erholung von seinem Ehealltag sucht, lockt sie erfolgreich in ihr Schlafzimmer und ernennt ihn kurzerhand und praktischerweise zu ihrem Leibwächter. Doch die beiden Vergnügungssüchtigen haben weder mit dem eifersüchtigen König noch mit Renés besorgter Gattin gerechnet.

Begleiten Sie Madame Pompadour in den „Musenstall“. Der „Stall“ ist berühmt: für seine erotische Freizügigkeit wie für seine anarchistischen Lieder. Hinein kommen Sie nur durch die „Hintertür“, doch  wenn Sie die passiert haben, sind Sie dabei, wenn sich die legendäre Mätresse Ludwig XV. in eine neue Affäre stürzt, allen Überwachungsmaßnahmen des Polizei­ministers Maurepas zum Trotz ...

PREMIERE Samstag, 26. Januar 2013

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische Leitung
& Choreinstudierung
Christian Möbius
RegieBernd Mottl
BühnenbildFriedrich Eggert
KostümeSusanne Suhr
ChoreographieGötz Hellriegel
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
RegieassistenzAnnaLisa Canton
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Peter Wingrich, Bo-Kyoung Kim, Andreas Simon
ChorassistenzChristian Georgi
 
Die Marquise von PompadourGesine Forberger
Der König Ludwig XV.Andreas Jäpel, Hauke Tesch
RenéJens Klaus Wilde
MadeleineDebra Stanley
BelotteCornelia Zink, Nora Lentner
Joseph CalicotHeiko Walter
MaurepasJörn E. Werner
PoulardDirk Kleinke
Prunier, WirtThomas Pöschel, Ralf Schlotthauer
CollinMatthias Bleidorn
BoucherThorsten Coers
LeutnantHans Anacker
1. ZofeSandra Bösel, Mariette Jansen van Rensburg
2. ZofeKatharina Dittmar, Meike Funken
3. ZofeJulie Szelinsky, Kerstin Veselic-Futivic
CarolineBeate Dittmann-Apel, Meike Funken
LeonieAngela Budich, Kerstin Veselic-Futivic
 
Grisetten Damen des Ballettensembles, Damen des Opernchores
Bohèmiens, Hofgesellschaft, Soldaten Damen und Herren des Opernchores, Herren des Ballettensembles, Statisten
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Dr. Kevin Clarke, Klassik.com, 28.1.2013

„Manchmal führen spontane Operettenausflüge direkt und unverhofft in den siebenten Operettenhimmel. Und man fragt sich danach: Wieso hatte ich diese Spielstätte bislang nur so ganz und gar übersehen? […] In Cottbus hat man […] mit Bernd Mottl einen erfahrenen Fachmann für schrille und witzige Operette geholt, das frisch renovierte Theater in einen einzigen rotbeleuchteten Karnevalstempel verwandelt […] Operette als Event? Ja, ja, ja. […] Ich muss gestehen, ich fand […] den Gesang von Forberger eine echte Operettenoffenbarung. Denn die Diva schaffte es, besonders im ersten Akt, die Rolle ganz selbstironisch zu brechen, absolut textverständlich zu singen, mit dem richtigen Chanson-Ton in den entscheidenden Stellen und trotzdem – das grenzt fast an ein Wunder – die nötigen Höhen der Partie mit mühelos produzierten Bögen auszusingen. Kurz: Es war ein reines Operettenglück, ihr zuzuhören! Was auch für Nora Lentner als Belotte gilt. Wenn ich daran denke, mit welcher Steifheit, Spießigkeit und Selbstgefälligkeit anderswo diese Art Rollen serviert werden, dann gaben Forberger/Lentner eine Lektion darin, wie man es besser machen kann. […] Calicot ist mit Buffo Heiko Walter als eine Art Flower-Power-Hippie angelegt, als sei er einer Produktion des Musicals 'Hair' entsprungen […] Das funktioniert recht gut, genauso wie der steife Polizeidirektor von Paris, Maurepas, den Jörn E. Werner als eine Art Stasi- und Derrick-Verschnitt im beigen Trenchcoat herrlich bekloppt spielt. […] Die leicht gekürzte Handlung und Musik spulte man in zweieinhalb Stunden szenisch brillant ab. Ein vielschichtiges Kammerspiel der Emotionen, von Bernd Mottl geschickt inszeniert. […] Jeder, der sich für Operette interessiert, sollte sofort nach Cottbus reisen und sich diese Operettenvergnügen nicht entgehen lassen."

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Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 28.1.2013

„Was für ein Abend Sonnabendabend im Staatstheater Cottbus! […] Jeder wollte sie sehen, die sensationelle Madame, die Pompadour. Aber wie alle hohen Damen machte sie sich erst einmal für ein Stündchen rar. Ihre Bewunderer durchstreiften indes den etwas zwielichtigen "Musenstall". Ein leicht beleibter Herr im Frack sang ergötzlich von sehr privaten deutsch-französischen Beziehungen lange vor Unterzeichnung des Elysée-Vertrages. […] die Loreley kämmte im Karzer ihr goldenes Haar, es gab artistische Vorführungen an der Table-Dance-Stange, ein Cowboy sang zur Gitarre melancholische Lieder. Nur Margot und Erich kapselten sich von der Masse ab und erheiterten sich auf dem heimischen Sofa an Schneewittchens Klassenstandpunkt. […] Friedrich Eggerts Bühnenbild mit der Fortsetzung des Großen Hauses mit anderen, leicht schwankenden Mitteln war freilich sofort ein Hingucker. Für die von Susanne Suhr ausstaffierte Karnevalsgesellschaft, die sich im ‘Musenstall‘ an den frechen Liedern des Dichters Calicot erheiterte, galt dasselbe: ein Augenschmaus. […] Gesine Forberger hat es einfach drauf. "Ich fühl heut in mir einen Überschuss", gleich erstmal mit der besten Nummer des ganzen Werks den Saal im Handumdrehen erobert. Zofe Belotte, Nora Lentner, hielt tapfer mit. […] Zwischenzeitlich trenchcoat smartes Spitzelballett: Spitze! […] Gesine Forberger und Heiko Walter, die undomestizierbare Frau und der ängstliche Kopf mit den widerborstigen Versen darin, [waren, d. Red.] nicht unterzukriegen. ‘Joseph, ach Joseph, wie bist du so keusch‘, diese doppelt verkappte zungenfertige Erotik-Nummer mit mindestens sieben Mantelzipfeln muss den beiden erstmal jemand nachmachen."


Matthias Käther, rbb Kulturradio, 28.1.2013

„Das Staatstheater Cottbus hat es sich diesmal bei seinem traditionellen Karnevals-Operetten-Spektakel nicht leicht gemacht. Dieses Jahr gibt’s keinen Repertoire-Hit von der Stange, sondern eine Operette, die nicht oft auf den Spielplänen steht: ‚Madame Pompadour‘ von Leo Fall. Ein Erfolg! – Der Jubel war groß, das Publikum glücklich. Allerdings gab es für die Besucher vorher schon Gelegenheit, hinter den Kulissen zusammen mit den Schauspielern Theaterluft zu atmen und alkoholische Getränke zu konsumieren. Da musste also niemand aufgewärmt werden. Und auch sonst hat Regisseur Bernd Mottl alles dafür getan, Karnevalsstimmung aufkommen zu lassen. Er hatte den schönen Einfall, in den Bühnenbildern das Theater selbst zu spiegeln (Bühnenbild: Friedrich Eggert). Es wirkte wie eine Erweiterung des Jugenstilsaales – und der Trubel vor der Aufführung war so eng mit dem eigentlichen Bühnengeschehen verbunden. […] Ansehen sollte man sich das Spektakel auf jeden Fall aus drei wichtigen Gründen. Erstens weil die kleinen Partien fast alle hinreißend gespielt werden. Künstlerinnen wie Debrah Stanley als Madeleine und Nora Lentner als Belotte zu erleben, heißt zu sehen, wie das Cottbuser Staatstheater auf sehr großzügige Weise mit Kanonen auf Spatzen schießt, also kleine Gesangsrollen geradezu verschwenderisch gut besetzt. Dasselbe gilt für Andreas Jäpel in der kleinen Rolle des senilen Königs. Zweitens bekommen wir endlich einmal die unbearbeitete, wirklich fabelhafte Originalinstrumentierung zu hören. Und zu guter Letzt ist Marc Niemann am Pult der Cottbuser Staatsphilharmonie genau der Richtige, um Leo Falls pikante und wunderbar federnde Musik lebendig werden zu lassen.“


Frederik Hanssen, Der Tagesspiegel, 1.2.2013

„Mottl hat ein großartiges Gespür fürs richtige Boulevardtheater – Tempo, platziert zielsicher seine running gags, zündet rasant Pointe um Pointe. Derb und erotisch ist dieser Humor, aber nie dumpf und idiotisch. Beeindruckend, wie schauspielerisch beweglich das Cottbuser Opernensemble agiert. Jens Klaus Wilde gelingt es als Rene selbst im hellblauen Pyjama noch, heldentenorale Grandezza zu bewahren, kernig intoniert Heiko Walter alias Calicot seine Spottlieder auf den Monarchen und seine Mätresse als zotteliger Protestsong-Barde mit Schlaghosen und Gitarre (Kostüme: Susanne Suhr). Herrlich altbacken kommen die beiden Geheimdienst- Dödel von Jörn E. Werner und Dirk Kleinke daher (‚Ich werde gehorchen und geh’ horchen‘), während Nora Lentners cooles Kammerkätzchen Belotte eine betörend heutige Körpersprache spricht. Und über allem thront Gesine Forbergers Madame Pompadour. Genau so, wie die Librettisten sie 1922 erträumt haben […] Dass Dirigent Marc Niemann das Philharmonische Orchester Cottbus bei all dem wüsten Treiben stets ganz dezent im umbauten Graben agieren lässt, hat Hintersinn und Methode. So nämlich wird Falls feine Musik zur klugen Kupplerin, die mit sanfter Hand Paarungen anbahnt, günstige Stimmungskonstellationen schafft, um dann die Solisten ganz alleine glänzen zu lassen.“


Links zu Filmbeiträgen

Beitrag des rbb für Brandenburg Aktuell

http://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/archiv/index.media.!etc!medialib!rbb!rbb!aktuell!aktuell_20130126_mme.html

Beitrag von Lausitz TV

http://www.lausitz-tv.de/?cmd=mainpage&bid=2229

Bildergalerie

Film

MADAME POMPADOUR am Staatstheater Cottbus

Unterstützt durch

Meinungen

„Madame Pompadour“ als Karnevalsspektakel groß angekündigt begann nach diversen Vorspielen in versteckten und weniger versteckten Ecken des Großen Hauses auf der Bühne mit einem beschwingten Auftritt. Fantasievolle Kostümierungen und eine …