Lucia di Lammermoor

Oper von Gaetano Donizetti
Libretto von Salvatore Cammarano
Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
DAS BESONDERE OPERNEREIGNIS

Wie in „Romeo und Julia“ geht es in Donizettis großer Belcantooper LUCIA DI LAMMERMOOR um verbotene Liebe, die am blutig ausgetragenen Hass zweier Familien scheitert. Aus politisch motiviertem Kalkül soll Lucia den wohlhabenden und einflussreichen Lord Arturo Bucklaw heiraten. Doch sie weigert sich hartnäckig, liebt sie doch insgeheim Edgardo, den letzten Überlebenden des mit ihrer Sippe verfeindeten Clans. Zu allem Überfluss ist Edgardo selbst derjenige, der alte Rechte seiner Familie geltend macht und Güter beansprucht, die Lucias Bruders Enrico besitzt. Als Edgardo für längere Zeit als Botschafter nach Frankreich versetzt wird, versprechen Lucia und er einander ewige Treue. Doch kaum hat Edgardo das Land verlassen, fädelt Enrico eine hinterhältige Intrige ein. Ein gefälschter Brief soll Lucia von der Untreue ihres Geliebten überzeugen. Er setzt seine Schwester massiv unter Druck: Sein Leben und der Bestand der ganzen Dynastie wären durch ihr stures Beharren gefährdet. Es gelingt ihm, Lucia zur Heirat mit Lord Bucklaw zu bewegen. Aber noch in der Hochzeitsnacht tötet Lucia in ihrer Verzweiflung ihren Ehemann und verfällt dem Wahnsinn. Donizettis wohl bekannteste tragische Oper nach dem populären Roman Sir Walter Scotts wurde am 26. September 1835 in Neapel uraufgeführt. Sie bescherte dem Komponisten einen triumphalen Erfolg. LUCIA DI LAMMERMOOR ist erstmalig am Cottbuser Theater zu erleben.

PREMIERE Samstag, 21. April 2012

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
RegieHauke Tesch
Bühne und KostümeGundula Martin
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
Regieassistenz
 
LuciaCornelia Zink
Lord Enrico AshtonAndreas Jäpel
Sir EdgardoJens Klaus Wilde
Lord Arturo BucklawMatthias Bleidorn, James Elliott
RaimondoIngo Witzke
AlisaMarlene Lichtenberg, Carola Fischer
NormannoHardy Brachmann, Dirk Kleinke
 
Ritter, Edeldamen, Jäger u. a. Damen und Herren des Opernchores
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 23.4.2012

„Das, was zu sehen und zu hören war, übertraf alle Erwartungen, die man an ein mittelgroßes Haus wie Cottbus zu stellen auch nur gewagt hatte. Zum einen fand GMD Evan Christ, als Grundlage des musikalischen Furors an diesem Abend, immer wieder genau den erregten Ton der italienischen Romantik. Es gelang ihm, den Klangcharakter jeder Situation sofort zu erfassen […]. Zum Zweiten trugen das Orchester und Evan Christ die Solisten gleichsam auf Händen durch ihre enorm schwierigen Partien. […] Der Chor, die Solisten, die Musiker und auch der Regisseur Hauke Tesch hatten indes alles gewonnen; langen Jubel und standing ovations. Schnörkellos, kitschfrei und auch fern von unfreiwilliger Komik, die ein romantisches Stück mit Selbstmord und Wahnsinn gern heimlich einschleust, hat Hauke Tesch die Darsteller geführt. Die großen Emotionen werden groß gespielt, dennoch hat jeder Raum und Ruhe für den Gesang. Die Chorherren entfalteten in den Soldatenszenen eine martialische Klanggewalt; gemeinsam mit den Frauenstimmen tönten "Ritter und Edeldamen" homogen, intensiv und genau. […] Jacek Strauch sang ihn [Enrico, d. Red.] mit grandiosem Bariton. Sein Rachegesang gegen Edgardo drohte fast das Cottbuser Theater zu sprengen. […] Jens Klaus Wilde, der Tenor für die gebrochenen, zuinnerst verunsicherten Opernhelden, hatte mit dem jugendlich blinden, krankhaft eifersüchtigen und schließlich verzweifelt liebenden Edgardo genau die richtige Rolle. Die großen lyrischen Strecken seiner Partie klangen einfach balsamisch und mittels guter Technik kam er auch über entlegenere Höhen. Die Primadonna Assoluta des Abends war Cornelia Zink [als Lucia, d. Red.]. Was sie sang, war atemverschlagend. Ein lyrischer Sopran kam zum Vorschein, dem wahre Herzenstöne möglich sind, der aber noch die helle Leichtigkeit hoher und heiterer Partien hat. […] auf der Bühne platziert, geleitete [Philipp Marguerre an der Glasharmonika , d. Red.] dieses exotische Instrument mit seinen schneidend schönen Tönen Lucia in die Tiefen der seelischen Nacht.“


Matthias Käther, Kulturradio vom rbb, 23.4.2012

„Dirigent Evan Christ […] war von Anfang an in kämpferischer Stimmung – wenn schon Lucia, dann mit allen Schikanen, hat er sich gesagt und hat wirklich eine fast ungekürzte Oper herausgebracht: […] Dies war eine Lucia, die vor allem durch eine erstaunliche orchestrale Eleganz bestach – bis in kleine aber gewichtige Details hinein. So hat Christ auf die Urfassung der Wahnsinnsarie zurückgegriffen und als obligates Instrument statt der Flöte wahrhaftig eine echte Glasharmonika kommen lassen. […] Ich habe selten eine Lucia [Cornelia Zink, d. Red.] gehört, die so unangestrengt klang, ohne zum Zwitschervogel zu werden. Zink gab eine umwerfend gute Ausleuchtung der Rolle. Ihre Wahnsinnsszene war so verstörend, dass nach der großen Kadenz entgeisterte Stille im Publikum herrschte […]. Das erinnerte mich an einen Brief Donizettis, in dem er sagt, die Stille in der Lucia sei der größte Erfolg, den man verzeichnen könnte. Zweiter Held des Abends war der Pole Jacek Strauch als Oberschurke Enrico. Strauch ist in der slawischen Welt ein großer Name. Jetzt als Ensemblemitglied in Cottbus dürfte er ein Glücksfall für das Haus sein.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 28.4.2012

„Die ‚Lammermoor‘ soll hier zuvor nie gespielt worden sein. Mit dieser Besetzung der Lucia wird sie zum Opernereignis des Jahres! Bravo und wieder bravo für Cornelia Zink, die eine verflixt schwierige Partie bis in extreme Höhen nahezu makellos bewältigt und die Freiheiten, die ihr das Belcanto gestattet, göttlich-spitzbübisch ausschöpft. Und das stimmlich wie auch darstellerisch, wenn sie gleich einer mechanischen Puppe ihren Wahn ausschweift. […] Der bildmalerischen Musik ringt Dirigent Evan Christ immer neue Spannung ab, höchste Dramatik und tiefe Depression. Wirklich herzergreifend! Und mit welcher Wucht und dann wieder stummer Zurückhaltung der Chor agiert - auch das ist ganz und gar nicht semiszenisch zu nennen. […] Ein wunderbarer Opernabend ist dem prächtigen Haus und seinen Getreuen geschenkt. Das ganze Ensemble wurde gefeiert, vor allem aber wieder und wieder mit Standing ovations diese wahnsinnige Cornelia Zink. Man muss sie in dieser Partie erleben!“


Jens Pittasch, Blicklicht, 5/2012

„Gäbe es einen Gesangsoscar, er stünde ihr [Cornelia Zink als Lucia, d. Red.] zu. Unser besonders Glück ist jedoch, dass Cornelia Zink mit dieser Leistung nicht allein ist, sondern die Auszuzeichnende einer faszinierenden, gesanglichen Spitzengruppe. […] Wieder einmal ist zu erleben, dass das Attribut ‚semiszenisch‘ überhaupt kein Mangel darstellt, sondern einigen Stücken – richtig gemacht – geradezu auf den Leib geschneidert ist. Und dies ist hier richtig gemacht, als Oper mehr als vollwertig, als Erlebnis aller Sinne perfekt – und als Spielart eine wirkliche Cottbuser Spezialität zu bezeichnen! Hauke Tesch (Regie) fand in jedem Augenblick genau die richtige Art und Dosis szenischer  Mittel, und Gundula Martin schuf die maßgeschneidert, beeindruckende Ausstattung, die in nur einem Bühnenbild ganz große Momente entstehen ließ.“

Bildergalerie

Film

LUCIA DI LAMMERMOOR am Staatstheater Cottbus

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Ich stehe noch im Banne des heutigen Abends im Staatstheater. Das war mindestens 1.Bundesliga! Großartige Inszenierung mit prima Solisten, vorneweg Cornelia Zink, aber auch Andreas Jäpel und Jens Klaus Wilde …