Il trovatore (Der Troubadour)

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
Text von Salvatore Cammarano mit Ergänzungen von Leone Emmanuele Bardare
nach dem Drama „El trovador" von Antonio García y Gutiérrez
Semiszenische Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Verwechslungen, verhängnisvolle Entscheidungen aufgrund fehlender oder falscher Informationen und starke Gefühle treiben die Handlung dieser Oper voran und bestimmen das Tun und Lassen der Figuren. Sie treffen sich, ohne sich zu finden, und wissen zu wenig über sich und den anderen, um die richtigen Fragen zu stellen und dadurch sich selbst und den anderen kennenzulernen.Graf Luna und Manrico stehen sich als unversöhnliche Feinde gegenüber. Der Graf kämpft für die Partei des Königs, Manrico auf Seiten der Rebellen. Zudem werben beide um dieselbe Frau. Was sie nicht wissen: Sie sind Brüder.Ihr Vater hatte eine Frau als Hexe verbrennen lassen, was deren Tochter mit ansehen musste. Um den Tod der Mutter zu rächen, entführte sie den jüngeren Sohn des Grafen und wollte ihn ins Feuer werfen. Doch verwirrt und traumatisiert, wie sie war, tötete sie stattdessen das eigene Kind und zog Manrico an Sohnes statt auf. Die Wahrheit enthüllt sie erst nach der Hinrichtung Manricos durch seinen Bruder Graf Luna.Verdi wollte mit „Il trovatore" eine neuartige Opernform verwirklichen, außergewöhnlich, voller theatralischer Effekte. Ihm schwebte vor, das ganze Werk durchzukomponieren, ohne Unterteilung in einzelne Nummern, und die Zuschauer auf diese Art unwiderstehlich in den Sog des Geschehens zu ziehen. In der Auseinandersetzung mit seinem konservativen Librettisten blieben viele dieser kühnen Neuerungen auf der Strecke. Doch heraus kam eine der beliebtesten Opern überhaupt, deren Musik das Publikum immer wieder in ihren Bann zieht.

PREMIERE Samstag, 12. April 2008

Besetzung

Musikalische LeitungMarc Niemann
RegieMartin Schüler
AusstattungGundula Martin
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieBernhard Lenort
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Peter Wingrich, Andreas Simon
Chorassistenz
RegieassistenzAnnaLisa Canton
 
Graf von LunaAndreas Jäpel
Leonora
AzucenaHeidi Jütten, Carola Fischer
FerrandoTilmann Rönnebeck, Hans-Peter Scheidegger
ManricoJens Klaus Wilde
Inez
RuizHardy Brachmann, Dirk Kleinke
Ein ZigeunerThomas Pöschel
Ein BotePawel Piekut
Damen und Herren des Opernchores
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 24.01.2008

„[...] Martin Schüler hat eine stimmige und in ihrer kammerspielhaften Reduziertheit sehr konzentrierte Inszenierung von ‚Il Trovatore' vorgelegt [...]. Er zeigt, wie wenig man manchmal braucht, um spannendes Theater zu spielen [...]. Voraussetzung ist allerdings, dass es eine Personenregie gibt, die ins Sichtbare übersetzt, was in den einzelnen Figuren und zwischen ihnen vorgeht. Wie wunderbar innig wird die Beziehung zwischen Manrico und Azucena gezeigt [...]. Diese komplizierte Mutter-Sohn-Beziehung stellt Martin Schüler tatsächlich in den Mittelpunkt seiner Inszenierung. [...] auch sängerisch stehen Heidi Jütten als Azucena und Jens Klaus Wilde als Manrico im Zentrum der Aufführung. Sie: weder in riesigem Altistinnen-Vibrato ‚lodernd' sondern konzentriert und intonationsgenau, noch auf der Suche nach dem ultimativen Belcanto in jeder Lebenslage, sondern nach charakteristischen Tönen, gelegentlich kehlig, sogar herb. Wie es die Situation erfordert, singt sie scharf und energisch, dann wieder sanft und im Gleichklang mit Manrico. Am besten gelungen und sofort ein Ausrufezeichen setzend ihre Erzählung ‚Stride la vampa'. [...]
Beifall, Brava! an diesem italienischen Abend (mit deutschen Übertiteln).
Jens Klaus Wilde hatte einen seiner besten Abende bisher. Alles gelang. Er hat den kühlen Wohllaut der Troubadourlieder genauso abgeliefert, wie den Schmelz der lyrischen Arien. Besonders schön, ‚Ah! Si, ben mio collessere'. Dann die Hürde der zu dieser Arie gehörenden berühmten Stretta, die Probe auf Elan und Temperament und auch die wurde ohne Fehl und Tadel genommen. Szenenbeifall und Bravi auch für den Sänger, der sich in dieser Partie sichtlich wohlfühlte. [...]
Der bis in die Bühnenaktionen choreografisch geführte Cottbuser Chor hat eine Meisterleistung vollbracht. [...] Der walzernde Dreivierteltakt will genau so gebändigt sein, wie es Thomas Kalb mit dem Cottbuser Klangkörper realisierte [...]. Wann immer man fokussiert auf den Orchesterklang Acht gab, es war exakt das richtige zu hören. Das reine Vergnügen, dieser Cottbuser Verdi."


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 19.04.2008

„Das Opernensemble des Staatstheaters feierte am Wochenende einen grandiosen Premierenerfolg mit Verdis ‚Il Trovatore' in italienischer Sprache. Nach viel Beifall und Bravos schon in den Szenen gab es stürmischen Applaus am Schluss, der insbesondere der musikalischen Leitung unter Thomas Kalb sowie den Solisten Heidi Jütten in der Partie der Zigeunerin und dem glänzenden Jens Klaus Wilde in der Caruso-Partie des Manrico galt. [...] Und wie die Flammen der Scheiterhaufen brennt es aus Liebe, oder im Wahnsinn in diesen Herzen - das ganze Theater steht in Flammen und Musik und Szene zerren den Zuschauer in ihr Feuer hinein, wie das nur selten an aufgeklärten Publikumskreisen gelingen will. [...]

Großartig die beladene, würdevolle Zigeunermutter, eine dramatische Heidi Jütten von tiefer Wärme und Leidenskraft. Der Trovatore, ihr an Sohnes statt angenommener Grafenbruder, der im Feuer endet wie ihr leibliches Kind, ist Jens Klaus Wilde in stimmlicher Strahlkraft und voller Elan in allen Lagen. Anna Sommerfeld konnte die Premiere nicht als Leonora singen; einer von mehreren Gründen, den ‚Trovatore' nochmal zu buchen. Ingeborg Zwitzers sang die Partie bis ins höchste Hauchen perfekt. Überzeugend auch Theodor Carlsson als Luna und alle übrigen, besonders der Chor (Leitung Christian Möbius). Ein Verdi-Genuss!"

 

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