I Love You, You're Perfect, Now Change

(ICH LIEBE DICH, DU BIST PERFEKT, JETZT ÄNDERE DICH)
Buch und Liedertexte von Joe DiPietro
Musik von Jimmy Roberts
In New York zuerst produziert von James Hammerstein, Bernie Kukoff und Jonathan Pollard unter der Regie von Joel Bishoff   
von der American Stage Company James N. Vagias, Produzent        
Übers
etzung von Frank Thannhäuser und Iris Schumacher         

Partnerschaft und Ehe sind schön, machen aber auch viel Arbeit und Verdruss. So oder ähnlich haben wohl alle schon einmal gedacht, die auf Wegen der Zweisamkeit durchs Leben gehen. Ein Paarberater sagte, die häufigste Frage an ihn laute: „Wie ändere ich meinen Mann?“

I LOVE YOU, YOU’RE PERFECT, NOW CHANGE bietet gleich zu Beginn die Lösung aller diesbezüglichen Probleme: Trennung direkt beim ersten Rendezvous. Das erscheint nicht überstürzt, wenn man bedenkt, wieviel Lebenszeit durch dieses einfache Mittel zu sparen ist. Allerdings empfiehlt sich dabei ein Schnelldurchlauf durch das zu erwartende Beziehungsleben inklusive seiner „ersten Male“: Kuss, Sex, Fremdgehen, Trennen. Das bereichert die Begeg­nung ungemein. Wie das am besten geht, zeigt das Musical, das seit der New Yorker Uraufführung im Jahr 1996 (der 5002 Aufführungen am gleichen Ort folgten) das Publikum immer wieder begeisterte und dessen Inszenierung unsere Reihe „Kammer trifft Komödie“ eröffnet. Wer nicht nur Lebenszeit sparen, sondern Leben intensivieren möchte, kann eine Menge solcher Dates absolvieren (Hinweis für alle Speed-Dater und Internet-Klick-und-Weg-Partner­schafts­suchende).

I LOVE YOU... ist damit noch lange nicht zu Ende. Die erste Szene gibt vielmehr das Tempo vor für eine höchst amüsante Reise durch das Reich der Paarbilder. Zwei Darstellerinnen und zwei Darsteller schlüpfen in die unterschiedlichsten Rollen von ganz jung bis ziemlich alt und gehen Beziehungen mit den Zuschauern ein, die lange im Gedächtnis bleiben. Wenn im Einkaufszentrum plötzlich jemand unvermittelt auflacht, war er vermutlich in I LOVE YOU...

PREMIERE Samstag, 1. Dezember 2012

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische Leitung & KlavierAndreas Simon, Frank Bernard
Regie & ChoreographieThorsten Michael Kreissig
BühneIrina Steiner
KostümeNicole Lorenz
DramaturgieBernhard Lenort
Regieassistenz
Choreographische AssistenzMandy Krügel
 
Vier Darsteller in über 60 Rollen:
Carola Fischer, Debra Stanley, Hardy Brachmann, Dirk Kleinke
 Heiko Walter

Rezensionen

Gabriele Gorgas, Lausitzer Rundschau, 3.12.2012

„Regisseur Thorsten Michael Kreissig […] hat deutlich alle Schubladen gezogen, die in diesem Genre verfügbar, erahnbar sind. Und nicht von ungefähr spricht er von einer riesengroßen Bonbon-Tüte, wo für jeden Geschmack etwas dabei ist. Etwas dezenter bedient Irina Steiner (Bühne) diese Wundertüte mit durchlässigem Flattervorhang, Cottbus-Silhouette oder Pförtnerhäuschen. Und in einem davon ist dekorativ Andreas Simon postiert, der Pianist und musikalische Leiter der Aufführung. […] Absolut sicher ist, dass es mit ihren spielerischen Verwandlungskünsten die vier sich ewig neu und kurios paarenden Sängerdarsteller in Cottbus verdienen, uneingeschränkten Erfolg zu haben.“


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 15.12.2012

„Thorsten Michael Kreissig ist ein Tausendsassa, der zwischen Kommunikations-Trainer, Choreograf, Journalist, Regisseur, Komödiant und noch einigen anderen Berufungen chargiert und es dank solcher Qualitäten zum Beispiel schafft, aus einer honorigen Operndiva, nämlich Carola Fischer, ein Musical-Girl zu zaubern […]. Debra Stanley scheinen solche Geschichten auf den Leib geschrieben, sie spielt und singt hinreißend. Sowieso ist dies der Fall bei Heiko Walter, der einmal mehr den schier grenzenlosen Verwandlungskünstler mimt, hier prächtig unterstützt von kunterbunt-kessen Kostümen von Nicole Lorenz, die dankbar von der grafisch einfachen Cottbus-Silhouette als Schaubude profitiert (Bühne Irina Steiner). Dirk Kleinke frappiert mit erlesen filigraner Spielweise, die solch einer kolossalen Person gar nicht zuzutrauen ist. Gewiss, dies sind alle vier Meister ihres Fachs, die feuerwerkartig Schauspielereien abfackeln können.“


Jens Pittasch, Blicklicht, Januar 2013

„Wir sehen vier (klassisch ausgebildete!) SängerInnen in sage und schreibe 73 Charakteren! Diese hat Michael Kreissig (Regie) als klischeehaft überzeichnete Figuren angelegt und Nicole Lorenz in entsprechend grelle Kostüme gesteckt. Zum großen Teil verlangt dieses ‚Musical‘ zwar Gesang, überwiegend fordert es jedoch den Schauspieler im Darsteller. Und hier liegt die wirklich große Leistung von Carola Fischer, Debra Stanley, Dirk Kleinke und Heiko Walter. Denn es ist nicht lange her, da hätte kein klassischer Sänger sich an derart viel Text und Charakter gewagt. So aber gelingt den Vieren ein im Großen und Ganzen unterhaltsam, froher Abend zum endlosen Thema ‚Männer sind anders. Frauen auch.‘ Den Stück-Oscar als beste Schauspielerin verdient Debra Stanley für ihr unglaubliches Solo vor der Kamera. Dicht gefolgt von Carola Fischer als ‚Martha in Trauer‘, da meinte man teils Evelyn Hamann wiedererweckt zu sehen. Überhaupt habe ich mich gefreut, dass Carola Fischer in dieser Inszenierung gleichberechtigt im Vordergrund stehen und neben den gesanglichen ihr schauspielerisch-komödiantische Talente zeigen kann. Dirk Kleinke und Heiko Walter erhalten meinen Gesangspreis.“

Bildergalerie

Film

I LOVE YOU, YOU'RE PERFECT, NOW CHANGE am Staatstheater Cottbus

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