Halb ist es Lust, halb ist es Klage

Ein romantischer Abend mit Liebesbriefen berühmter Komponisten und Musik von ANTONÍN DVOŘÁK, JOHANNES BRAHMS, CLAUDE DEBUSSY, FRANZ SCHUBERT und JOSEPH HAYDN

„Ich denke dies und denke das, / Ich sehne mich und weiß nicht recht, nach was. / Halb ist es Lust, halb ist es Klage. / Mein Herz, o sage, / Was webst du für Erinnerung …“ – Die letzte Strophe aus Eduard Mörikes Gedicht „Im Frühling“ gab dem Abend seinen Titel. Dreifach überrascht zeigte sich Irene Constantin in ihrer Kritik: von Raum und Klang im neusachlichen Kunstmuseum auf der Mühleninsel und vom Chor selbst. „Es herrschte kammermusikalische Intimität, die richtige Stimmung für Chorlieder … mit und ohne Solisten, mit und ohne instrumentale Begleitung.“

Sylke Mildner/Kerstin Veselic-Futivic (Altsolo)
Uta Ecke/Julie Szelinsky (Altsolo)
Pawel Piekut/Wolfgang Schirmag (Tenorsolo)
Irene Berlin (Klavier)
Antje Gräupner (Harfe)
Charles Schap, Jörg Wetzel (Hornsolo)
Kathrin Victoria Panzer (Sprecherin)
und
Damen und Herren des Opernchores

Szenische Einrichtung: Hauke Tesch
Leitung: Christian Möbius

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 28.6.2010

Es herrschte kammermusikalische Intimität, die richtige Stimmung für Chorlieder von Joseph Haydn bis Claude Debussy, Chorlieder mit und ohne Solisten, mit und ohne instrumentale Begleitung. Irene Berlin spielte die durchweg dezenten Klaviersätze. Die erste Überraschung: Der Raum, obwohl leicht überakustisch, ermöglichte ein ziemlich gutes Textverständnis. Die zweite: musikalisch fein ziselierte Passagen waren genau aushörbar, getragene Stellen verschmolzen hingegen zu einem runden Raumklang. Dritte und größte Überraschung: der Chor selbst. Die intime Kunst des Liedes ist wahrlich nicht sein täglich Brot, aber es zeigte sich, von Stück zu Stück in anderen Facetten, wie gut trainiert dieses Ensemble ist. Der Chor kann ein rund klingendes, zwischen den Stimmgruppen genau gewichtetes Piano singen, auch einmal ein genau kalkuliertes Forte hören lassen, präzise schnelle Stellen sind kein Problem und ein doppelchöriger Satz natürlich auch nicht. Die Intonation stimmt so gut wie immer und der Klang ist homogen. […] Noch ein Merkmal für die Qualitäten des Cottbuser Opernchores sind die hoch achtbaren Solisten aus den eigenen Reihen. […] Die Möglichkeiten des Raumes wurden vielfältig genutzt, der Gesang ertönte von oben, von den Seiten, von vorn, fast kirchenähnlich in einer der Doppelchor-Anordnungen. Ein Opernchor wäre kein Opernchor, wenn nicht eine kleine Andeutung von Darstellung und Bewegung im Spiel wäre. Hauke Tesch hatte sie passend und sparsam inszeniert. […] Zwischen den Liedgruppen gab es zwölf  Einblicke in das Liebesleben berühmter Tonsetzer; intime Briefe, gelesen von Kathrin Victoria Panzer. […] Wer immer die Idee dazu (zu diesem Abend, d. Red.) hatte, ist zu beglückwünschen.“

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