Die Fledermaus

Komische Operette in drei Akten von Johann Strauß
Libretto von Carl Haffner und Richard Genée
Karnevalsspektakel
DIE BESONDERE INSZENIERUNG

Herr von Eisenstein ließ einst nach einer alkoholisierten Faschingsnacht den befreundeten Notar Dr. Falke im grotesken Kostüm einer Fledermaus auf einer Parkbank liegen - zum Gespött der Passanten. Jetzt holt der blamierte Dr. Falke zum Racheschlag aus: Er überbringt Eisenstein - der gerade eine mehrtägige Haftstrafe antreten muss - eine Einladung zum Ball des Fürsten Orlofsky. Und schon marschiert Eisenstein statt ins Gefängnis schnurstracks und incognito zu dem frivolen Fest. Kaum verlassen, empfängt seine Gattin Rosalinde ihrerseits den unwiderstehlichen Tenor Alfred zu einem kleinen Seitensprung. Als sie dabei in flagranti erwischt wird, gibt sie kurzentschlossen den Liebhaber im Schlafrock als ihren Ehemann aus, der nun prompt Eisensteins Haftstrafe antreten muss. Alle Figuren dieser wohl bekanntesten Wiener Operette treiben ein doppeltes Spiel - niemand ist, was er zu sein vorgibt: Auf dem Maskenball Orlofskys übernimmt Eisenstein, ganz im Sinne von Falkes intrigantem Racheplan, die Rolle eines charmanten Franzosen. Völlig enthemmt fiebert er einem Abenteuer mit der maskierten ungarischen Gräfin entgegen, die niemand anderes ist als seine (verkleidete) Gattin Rosalinde. Für eine Nacht werden im Rausch von Walzer und Galopp, von Champagner und Verbrüderung Banalität und Tristesse des Alltags überwunden, denn „glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist". Der offensichtliche Katzenjammer am nächsten Morgen zählt nicht - sorgsam wird der Mantel scheinbarer Verbindlichkeit über die Verfehlungen gebreitet, denn der „Champagner hat's verschuldet ... trala lalalala!".

VORPROGRAMM Fideler Strafvollzug in den Foyers
Jeweils ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn

PREMIERE Samstag, 30. Januar 2010

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
Regie
Bühne
KostümeNicole Lorenz
DramaturgieDr. Carola Böhnisch
ChoreinstudierungChristian Möbius
ChoreographieDirk Neumann
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Irene Berlin, Andreas Simon, Christian Georgi, Peter Wingrich
RegieassistenzAnnaLisa Canton
ChorassistenzIrene Berlin
EisensteinJens Klaus Wilde
RosalindeCecile de Boever
Rosalinde
FrankVolker Maria Rabe
Prinz OrlofskyCarola Fischer
AlfredMatthias Bleidorn, Hardy Brachmann
Dr. FalkeAndreas Jäpel
Dr. BlindDirk Kleinke
AdeleCsilla Csövari, Cornelia Zink
FroschHeiko Walter
Ida
 
Gesellschaft auf dem Fest des Prinzen Orlofsky Damen und Herren des Opernchores und des Ballettensembles
Vier russische Weiber Statisterie
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 6.2.2010

„Dann begegnen uns im Spiel geradezu aufgedrehte Typen mit wahnsinnig schönen Stimmen. Eine köstliche Überraschung ist die junge ungarische lyrische Sopranistin Csilla Csövári als Adele. Wie die jauchzen kann und das widerliche ‚Kammerjuhungfer' durch die Tonleiter schleppt, das macht Spaß."


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 1.2.2010

„Eine Stunde, bevor sich der Vorhang hob, stimmte ein Unterhaltungsprogramm auf das ein, was zum Glanzlicht der Aufführung wurde: die Irrungen und Wirrungen im fidelen Strafvollzug des Gefängnisdirektors Frank. Vor dem Eingang standen Gitter, die Garderobieren waren uniformiert wie Gefängniswärter. Da war eine Zelle aufgebaut, in der ein Totenkopf auf einer Knastpritsche lag, dort wurden die Besucher in Sträflingskleidung fotografiert. Statt Rotwein und Sekt gab es für die Gäste Wasser, Brot und Kartoffelsuppe aus dem Blechtopf, Kurse im Taschendiebstahl an einer lebensgroßen Puppe sowie Gaunercouplets. [...] Das, was Regisseur Steffen Piontek aus der Knastszene gemacht hat, ist so umwerfend komisch, dass sich die Zuschauer vor Lachen gebogen haben, vor allem wegen Heiko Walter. Sein Gerichtsdiener Frosch, den er in Slibowitz tränkt und in schönstem Wiener Schmäh auswalzt, ist ein Geniestreich. Walter wird in seiner Sprechrolle zum heimlichen Star dieser Aufführung. Das ist nicht überzogen, aber so gut gemacht, dass jede Pointe sitzt. Walter, eigentlich Sänger, ist in Pionteks Inszenierung als Schauspieler über sich hinausgewachsen."


Andreas Göbel, Kulturradio, 1.2.2010

„Erwähnung finden muss jedoch in erster Linie die spielerische Meisterleistung von Jens Klaus Wilde als Eisenstein. Er spielt eine hektische, hilflos zappelnde Witzfigur, die sich nur noch lächerlich macht und eine Niederlage nach der anderen einstecken muss. Am Ende wirkt er vollkommen kaputt. In dieser Figur wird klar, dass in dieser Operette mehr steckt als nur Spiel oder Spaß, sondern eine unübersehbare tragische Seite. Die eigentliche Überraschung gelang jedoch dem Orchester unter seinem Generalmusikdirektor Evan Christ. So hört man Johann Strauß nur selten. Christ suchte und fand einen Gegenentwurf etwa zu den Wiener Neujahrskonzerten: ohne Kulinarik, ohne die typischen Verzögerungen, die Entspanntheit. Er nahm die Musik ganz knapp, teilweise im Rekordtempo, spritzig und kompromisslos, dabei ganz schlank und durchhörbar."


Gabriele Gorgas, Lausitzer Rundschau, 1.2.2010

„Das Publikum in Cottbus verlässt schlussendlich sein vornehmes ‚Gefängnis' beglückt und vitalisiert. Wofür es auch reichlich gute Gründe gibt. Zum Beispiel den Glücksfall, wie gut alles in der Gefängnis-Szene beieinander ist. Da will man nichts und niemanden verpassen, genießt eine so markante Szene wie jene mit dem rhythmisch auftrumpfenden Trio. Natürlich, Heiko Walter als - wie man weiß - hier nicht singender, aber doch stimm- und spielfähiger Frosch, ist schlichtweg ein Tausendsassa durch und durch. Ein Garant für Erfolg, doch er ist es nicht allein. Csilla Csövári kann als Adele, und das durchweg an diesem Abend, mit Stimme, Darstellung, schönster Leichtigkeit überzeugen, und so ist sie der erklärte Publikumsliebling."


Herbert Büttiker, Der Landbote (Schweiz), 15.4.2010

„Aber sehr präsent sind sie alle, Anna Sommerfeld mit Ungarn-Pathos als Rosalinde, Matthias Bleidorn mit gebührender Tenorallüre als Alfredo, Jens Klaus Wilde als draufgängerischer Eisenstein und auch die Weiteren. Herausgefordert werden sie durch den spitzen Fahrplan, den der Dirigent Evan Christ vorgibt: Aber darin ist auch verhältnismässig viel Zeit für die grosse Agogik der Übergänge, und ‚Brüderlein und Schwesterlein' ist ein fast ewig seliger Zwischenhalt - dies dank der Klangfülle des Chors, der zum wohlausgestatteten Theater gehört wie das Philharmonische Orchester. Dieses nutzt die Gelegenheit zu brillieren, auch mit der Balletteinlage [...]"

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