Candide

Komische Operette in zwei Akten von Leonard Bernstein
Fassung der „Scottish Opera" in deutscher Übersetzung von Kopf/Millard

Leonard Bernstein hatte ein exzellentes Gespür für Musik, aber auch für Bühnenstoffe.
1957 brachte sein Musical „West Side-Story" die Gewalt und die Sehnsucht nach Liebe auf die Bühne, die das Leben der Mitglieder zweier New Yorker Jugendgangs bestimmen. Jazz und Tanzmusik zeichnen die explosive Atmosphäre. Ein Jahr zuvor, 1956, vollführte Bernstein das Kunststück, einen satirischen Roman des 18. Jahrhunderts in ein bühnenwirksames Musical zu verwandeln. Die vibrierende Musik, die in „West Side Story" vorherrscht, bildet in Candide nur eine Facette unter vielen. Ganz folgerichtig: Die tragische Liebesgeschichte aus dem Gang-Milieu bündelte gesellschaftliche Probleme wie unter einem Brennglas. Candide dagegen nimmt die Zuschauer mit auf eine ausgedehnte Reise. Voltaire, der sarkastische Beobachter seiner Zeit, schrieb den Roman „Candide ou l'optimisme" als Attacke gegen den Philosophen Leibniz. Der war nachdenkend zu dem Ergebnis gelangt, die Menschen lebten in der besten aller möglichen Welten. Voltaire fand diese These weltfremd und grotesk falsch: Man braucht doch nur die Augen zu öffnen, um zu sehen, wie viel Leid auf Erden herrscht. Damit unterlag Voltaire zwar einem Missverständnis, aber einem sehr produktiven, dem wir einen eindrucksvollen Erzählreigen verdanken. Candide, durch falsche Erziehung fest davon überzeugt, die ganze Welt sei zutiefst gut, wird mit seiner Geliebten aus dem Elternhaus vertrieben. Er irrt von einem Desaster zum nächsten, kommt selbst nur knapp mit dem Leben davon. Am Ende kehrt er nach vielen Strapazen heim und hat etwas gelernt. Als sein Erzieher erneut vorträgt, alles sei gut, man müsse die Dinge nur richtig anfangen, antwortet er knapp: „Schön und gut, aber wir müssen uns um unsern Garten kümmern." - Tun statt (miss-)deuten.

PREMIERE Samstag, 3. April 2010

Präsentiert von

Besetzung

Musikalische LeitungMarc Niemann
Regie
Bühne
Kostüme
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieBernhard Lenort
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Irene Berlin, Christian Georgi, Andreas Simon, Peter Wingrich
 
RegieassistenzAnnaLisa Canton
ChorassistenzIrene Berlin
Voltaire/Pangloss/Cacambo/MartinHeiko Walter
Alte LadyCarola Fischer, Carin Schenk-Schmidt
CandideHardy Brachmann
CunegondeCornelia Zink
MaximilianAndreas Jäpel
Gouverneur/Vanderdendur/RagotskiMatthias Bleidorn
PaquetteDorothee Schlemm,
Baron/James/Alchimist/Don Issacha/Skalvenhalter/1. Senor/Vater Bernhard/1. Jesuit/Charles Edward:Dirk Kleinke
Baronin/2. Offizier/Trödler/2. Inquisitor/Erzbischof/Mürrischer Indianer/Hermann AugustusVolker Maria Rabe
1. Offizier/Bärenhüter/Großinquisitor/Zar IvanJörg Simon
Matrose/Doktor/SeemannThomas Pöschel
Kosmetikhändler/1. Inquisitor/2. Senor/Sultan Achmed/KapitänJi-Won Park
1. Spitzel/Kellner/StanislausIngolf Czerny
2. Spitzel/KellnerinKatharina Dittmar
 
Westfalen, Spanier, Matrosen, Bewohner des Goldlandes u. a. Damen und Herren des Opernchores
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 6.4.2010

„Marc Niemann dirigierte und das Orchester spielte bravourös, nicht nur in der Ouvertüre. Alles, was der Chor zu singen hatte, war ebenfalls hervorragend. Die Unzahl von größeren und kleineren Solo-Rollen war mit einer gewaltigen Riege von Solisten besetzt, die alle gut waren und am Schluss entsprechend gefeiert wurden."


Frank Wesner, Blickpunkt musical, 03/10, Mai-Juni 2010

„Gut aufgelegt war Titeldarsteller Hardy Brachmann, der glaubhaft dem ungläubigen Toren viel Raum und Verständnis gab. Seine spielerische Energie nahm eher noch zu und gesanglich schloss er mit Candides Klagelied einen wunderbaren musikalischen Bogen. Viele komische Situationen durchlebt er, bis er Cunegonde in den Armen halten kann. Cornelia Zink legt diese Rolle zauberhaft, leicht ironisch an. Sie singt ‚Glitzer, fröhlich sein' nicht nur bravourös lebendig, sondern spielt diese mit Perlen bezahlte Prostituierte erniedrigt wie auch quietschvergnügt - im doppelten Sinn ist sie / man hingerissen. Durch das absurde Stationendrama führt in Cottbus die Alte Lady (geheimnisvoll vielschichtig und sängerisch sprühend: Carin Schenk-Schmidt [...]), zusammen mit Voltaire, der auch oft in mehreren Verkleidungen und Rollen im selben Dialog erscheinen muss. [...] Andreas Jäpel als Maximilian und Anne Schierack als Paquette schärften mit klaren Formen ihre Figuren. Thomas Pöschel stach als Matrose, Doktor und Seemann in all seinen Rollen hervor. Da Regisseur Lachnitt für die vielen Spielorte den Chor immer wieder in neue, unterstützende Kostüme stecken ließ, konnten die Damen und Herren unter der Leitung von Christian Möbius glänzen - nicht nur im Eldorado-Bild."

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