Aida

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Antonio Ghislanzoni
Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

AIDA - ein packendes Operndrama zwischen ausgestellter Monumentalität und intimem psychologischen Kammerspiel. Im Stil der Grand Opéra und des Melodramma geht es um Liebe und Eifersucht, Patriotismus und Pflichtbewusstsein. AIDA begeisterte bereits bei der Uraufführung 1871 in Kairo das Publikum und ist seitdem zu einem der meistgespielten Werke der Opernliteratur geworden. Unerkannt lebt Aida, die Tochter des äthiopischen Königs Amonasro, als Sklavin am ägyptischen Hof. Sie liebt den jungen Feldherrn Radamès, der ihre Gefühle leidenschaftlich erwidert. Als in den Wirren des Krieges zwischen Ägypten und Äthiopien Radamès zum Heerführer der Ägypter ernannt wird, ist Aida verzweifelt: Ihr Geliebter soll gegen ihr Vaterland ziehen und dort Tod und Verderben bringen! Radamès dagegen hofft, von seinem König im Falle eines Sieges die Freiheit für Aida fordern zu dürfen. Womit sie jedoch nicht rechneten: Die ägyptische Königstochter Amneris liebt ebenfalls den jungen Feldherren Radamès - leidenschaftlich und eifersüchtig. Rettungslos geraten Aida und Radamès im Räderwerk religiöser und politischer Intrigen und verzweifelter Rachelust zwischen alle Fronten. Giuseppe Verdis AIDA ist ein Bekenntniswerk, das gnadenlos mit Krieg und Machtgehabe abrechnet und Möglichkeiten zur Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen thematisiert.

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Staatstheaters Cottbus e. V.

PREMIERE Samstag, 21. Mai 2011

Besetzung

Musikalische LeitungEvan Alexis Christ
Regie und BühneRalf Nürnberger
KostümeDiana Pähler
ChoreinstudierungChristian Möbius
DramaturgieBernhard Lenort
Musikalische AssistenzFrank Bernard, Christian Georgi, Andreas Simon, Peter Wingrich
ChorassistenzIrene Berlin
RegieassistenzAnnaLisa Canton
 
Der KönigJörn E. Werner
AmnerisMarlene Lichtenberg
AidaGesine Forberger
RadamèsJens Klaus Wilde
RamfisIngo Witzke
AmonasroAndreas Jäpel, Jacek Strauch
Ein BoteDirk Kleinke
Die erste PriesterinAneta Kolton, Cornelia Zink
 
Priester, Hauptleute, Volk Damen und Herren des Opern- und Extrachores, Herren des Chores Cantica Istropolitana (Bratislava)
Sklavinnen und Sklaven Damen und Herren des Opernchores, Studenten der Hochschule Lausitz
 
Es spielt das Philharmonische Orchester.

Rezensionen

Irene Constantin, Lausitzer Rundschau, 23.5.2011

Musikalisch (…) war die „Aida“-Premiere ein Abend wie ihn Cottbus nicht allzu oft erlebt. Evan Christ hat eine (…) messerscharfe, situationsgenaue, zärtliche und dramatische „Aida“ dirigiert (…). Alles konnte man dort finden, nur keine Spur von Sentimentalität.
Schon die ersten Töne der himmelhohen Violinen säuseln nicht liebestrunken, sondern signalisieren Liebe und Bedrohung in unlösbarer Verquickung. Dieses Gefühlsgemenge bleibt für alle drei liebenden Protagonisten fast über den ganzen Abend bestehen. Erst am Schluss herrscht Klarheit (…). Auf diese Klarheit musiziert Evan Christ hin. Er charakterisiert die Priesterwelt als eine der kalten Politiker. Siegesbrausen und Triumphmarsch hält er im Zaum, Nilmusik ist bei ihm eher mückenschwirrend als mondsüchtig. Zartheit und Lyrik besitzt vor allem (…) Jens Klaus Wilde (er) singt vor allem die so oft von tenoralen Presswehen begleitete Arie „Celeste Aida“ so überzeugend weich und lyrisch, dass man von nun an weiß, so ist sie gedacht. Aber auch dort, wo mehr Italianità und Strahlkraft verlangt werden, überzeugt er: eine große Leistung. Hochdramatisch hingegen Marlene Lichtenberg als Amneris, dunkel leuchtend in den tiefen Lagen, lodernd in dramatischen Höhen. In ihrer großen Arie produziert sie eine Wahnsinnsszene, die begreiflich macht, dass Radames Aida wählte. (…) Am Ende waren alle im Verdi-Rausch, mit allem zufrieden und spendeten reichlich Beifall.


Jürgen Heinrich, Der Märkische Bote, 28.5.2011

Ralf Nürnberger, der Regie und Bühne in einer Hand hält, versucht das Handling der Macht etwas zu modernisieren, setzt die Handelnden an den Schreibtisch und gibt dem Ganzen tatsächlich einen altägyptischen Requisiten(…) einen operettenhaften Touch.(…) Großartige Musik in sensibler Führung durch GMD Evan Christ trägt die Gedanken des Stücks.(…) Jens Klaus Wilde wirkt im Spiel wie gelähmt, aber seine Anbetung der Geliebten hat wirkliche Wärme. Die freudige Überraschung ist Marlene Lichtenberg in einer verhalten und doch sehr einfühlsam gestalteten Amneris, die uneitel Verzicht übt.(…) Die Inszenierung mit schönen Chören (Christian Möbius) und ergreifend schwelgender Musik hat das Publikum stark begeistert.


Uwe Stiehler, Märkische Oderzeitung, 1.6.2011

An dieser Verdi-Oper klebt das Etikett der Opulenz. Wenn „Aida“ zum Beispiel in der Arena di Verona gegeben wird, dann mit Großwild (Elefanten, Dromedare), einem riesigen Chor, Fanfarengedröhn und Hunderten Statisten. Doch dass diese Oper ihrer Theatralik wegen auch als beinahe kammerspielartiges Stück wirkt und dabei sehr gut ohne Pomp auskommt, zeigt Ralf Nürnberger jetzt am Staatstheater Cottbus. Sein Konzept vertraut ganz der Wirkung von Musik, Gesang und der Theatralik der Eifersuchtstragödie (…). Natürlich gibt es auch bei Nürnberger einen knalligen Triumphmarsch mit Aida-Trompeten, die von ganz oben aufs Publikum niederdonnern und einen für Cottbuser Verhältnisse gigantischen Chor, der mit Herren von „Cantica Istropolitana“ (Bratislava) und Studenten der Hochschule Lausitz verstärkt wurde. Das ist ein mächtiges Feuerwerk, das Evan Christ und sein Orchester da abbrennen. Doch sonst hält er die Musiker sehr zurück, damit Verdis großartige Musik ihre Finesse entfalten kann. Lucja Zarzycka, die kurzfristig für die erkrankte Gesine Forberger eingesprungen ist, ist eine von Liebe durchflutete und zerbrechlich wie Glas wirkende Aida. Marlene Lichtenberg singt und spielt die Amneris mit einer wunderbaren Mischung aus Unnahbarkeit und dem unausgelebten Willen zur totalen Hingabe. Die Entdeckung des Abends aber ist der junge Bassist Ingo Witzke (…), der seit dieser Spielzeit fest in Cottbus engagiert ist.


Dr. Andreas Gerth, Operapoint, 24.5.2011

Mit orientalisierendem Pomp in der Ausstattung hielt sich Ralf Nürnberger zurück. Lediglich angedeutete Säulenhallen-Elemente, Reste eines Pharaonenstandbildes oder auch einer großen Löwenskulptur rufen den Schauplatz der Handlung in Erinnerung. (…) Höhepunkt des Abends war Marlene Lichtenberg. Grandios verkörperte sie in ihrer bühnenpräsenten Darstellung die verführende, die um die Liebe kämpfende und von inneren Konflikten bis in den verzweifelten Wahn getriebenen Amneris. Ihr dunkel timbrierter, sich insbesondere in der Mittellage weit öffnender Mezzosopran wird von sauber intonierten Klangspektren in den höheren Bereichen flankiert. (…) Die Bassstimmen von Ingo Witzke (Ramphis) und Jörg Simon (König) wissen (…) die tiefen Register in voluminösen Klangspektren unter klarem Duktus trefflich auszuformulieren. (…) Evan Christ führt das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus luftig ausbalanciert durch die Partitur und der Chor des Staatstheaters Cottbus ist stimmlich vorzüglich aufgestellt. (…) Der Aufführung gelingt es weitgehend durch die Reduktion der Bühnenelemente und Statisten, das Werk von liebgewonnenen, klischeehaften sowie pompösen Überfrachtungen zu befreien und das kammerspielartige Gefüge der Hauptprotagonisten und ihre Beziehungen zueinander in den Vordergrund zu stellen. Auch gewinnt die Produktion durch die soliden Leistungen aller Beteiligten an Wert und lässt sie so nicht im Treibsand der Wüste versinken.

Bildergalerie

Film

AIDA am Staatstheater Cottbus

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Als in Basel Ansässiger (2 mal Opernhaus des Jahres) war ich von der hervorragenden szenischen und musikalischen Leistung der AIDA begeistert und habe gleichzeitig über den schwachen Besuch dieser Aufführung …