Bernd Franke

 

Bernd Franke schreibt im Auftrag des Staatstheaters Cottbus das „Brandenburgische Doppelkonzert 1“ (die Nr. 2 komponiert Evan Christ).

Der Komponist wuchs in einem offenen, toleranten, auch im Hinblick auf Musik undogmatischen Elternhaus auf. Dort kam er schon als Kind in Berührung mit Klassik, Jazz und Popmusik, die als völlig gleichberechtigt angesehen wurden. Ein solches Musikverständnis prägt ihn bis heute, von daher erklärt sich auch seine Leidenschaft für Improvisation. Charakteristisch für sein Œuvre seit den 80er-Jahren insgesamt sind Grenzüberschreitungen, sowohl musikalisch – etwa durch Integration von Einflüssen der populären Musik – als auch durch Einbeziehung gesellschaftlich relevanter Themen. Heimat, Identität, Flucht nahmen und nehmen im Denken und Schaffen des Komponisten eine zentrale Rolle ein. Darüberhinaus interessiert er sich in besonderem Maße für Prozesse der Dekonstruktion von Orchester- und Ensemblestrukturen, für die Weiterentwicklung der organischen Aleatorik und für Kulturen, Philosophie und Religionen Asiens. Kompositorisch beeinflusst haben Franke vor allem Witold Lutosławski, John Cage und Morton Feldman. Aber auch Maler wie Chagall, Goya, Dürer, WOLS, Pousette-Dart, Erich Hauser und Joseph Beuys. 

Franke studierte von 1975 bis 1981 in Leipzig an der Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Komposition bei Siegfried Thiele und Dirigieren bei Wolf-Dieter Hauschild. Von 1980 bis 1983 leitete er die von ihm gegründete Gruppe „Junge Musik“ in Leipzig. In den Jahren 1981 bis 1985 war er Meisterschüler an der „Akademie der Künste“ in Berlin und arbeitete 1989 beim „Leonard Bernstein Fellowship des Tanglewood Music Center“ unter anderem mit Leonard Bernstein zusammen. Vortrags- und Konzertreisen führten ihn 1993, 1994 und 1996 in die USA. Das 1998 gegründete Ensemble SOLO XFACH setzt sich für die authentische Verbreitung der Werke von Frankes 1988 begonnenem Zyklus „SOLO XFACH“ ein, der Franke besonders am Herzen liegt. Im Jahre 2003 wurde Franke zum Professor der Universität Leipzig ernannt.

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