Kammerkonzert: Brahms trifft Fauré

Mit diesem Programm stellt sich das Weimarer Klavierquartett erstmals in Cottbus vor, nachdem das Kammerkonzert „A la française“ wegen Erkrankung einer Mitwirkenden kurzfristig verschoben werden musste. Die „Lausitzer Rundschau“ lobte das Zusammenspiel der jungen Musiker als „harmonische Einheit“, die „Gänsehaut“-Momente bereiten kann. Barbara Seifert (Violine), Jakob Tuchscheerer (Viola), Nassib Ahmadieh (Violoncello) und Johanna Zmeck (Klavier) spielen Faurés Klavierquartett Nr. 2 g-Moll op. 45 und Brahms‘ Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60.

Insgesamt 20 Jahre Reifezeit für ca. 35 Minuten Musik: Johannes Brahms machte es sich nicht leicht mit seinem dritten Klavierquartett. Er, der maßgebliche Werke dieser Gattung schuf, komponierte die ersten beiden Sätze seines op. 60 bereits 1855/56. Doch erst 1869 nahm er die Arbeit wieder auf und schloss das Werk im Sommer 1875 endgültig ab. In seinem Beginn hören manche den Nachklang von Brahms‘ unerfüllter Liebe zu Clara Schumann, der Gesamtcharakter der Musik führte zum Beinamen „Werther“-Quartett nach dem unglücklich liebenden und an seiner Umwelt verzweifelnden Titelhelden von Goethes Briefroman-Bestseller. In jedem Fall nimmt Brahms die Hörer mit auf eine Achterbahnfahrt musikalischen Ausdrucks auf höchstem Niveau.

Gabriel Fauré nahm mit seiner Begeisterung für die Kammermusik im Frankreich des 19. Jahrhunderts eine Sonderstellung ein. Fast alle seine Komponistenkollegen widmeten sich ganz überwiegend den repräsentativen Gattungen großbesetzter Instrumentalmusik und vor allem der Oper. Sein zweites Klavierquartett von 1885/86 gilt als das erste gewichtige Werk, das er in seinem eigenständigen Stil schrieb. „An die Stelle des süß-verführerischen, gelegentlich aber auch süßlichen Tons ist ein fester und kräftiger Ton getreten, auch eine gewisse Zurücknahme des zuvor oft überströmenden Gefühls“, charakterisierte der Fauré-Kenner Peter Jost die ästhetische Entwicklung des Komponisten, den man gerne als „französischen Brahms“ bezeichnete.

GABRIEL FAURÉ (1845-1924)
Klavierquartett Nr. 2 g-Moll op.45 (1886)

JOHANNES BRAHMS (1833-1897)
Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60 (1875)

Es spielt das Weimarer Klavierquartett:
Barbara Seifert (Violine), Jakob Tuchscheerer (Viola), Nassib Ahmadieh (Violoncello), Johanna Zmeck (Klavier)

Samstag, 4. November 2017 | Kammermusiksaal

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