4. Philharmonisches Konzert

ROBERT SCHUMANN (1810-1856)
„Manfred”-Ouvertüre
Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61

JACQUES IBERT (1890-1962)
Concertino da camera für Altsaxofon und Orchester

ERWIN SCHULHOFF (1894-1942)
Jazz-Concerto für Altsaxofon und Orchester

Schumann trifft auf Saxofon, so kann man die Dynamik dieser Programmzusammenstellung auf den Punkt bringen. Zwar wurde das Saxofon zu Schumanns Lebzeiten erfunden und im Jahr 1841 in Brüssel einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, doch gibt es keine Hinweise, dass der Komponist von dieser Neuerung Notiz genommen hätte. Adolphe Sax, der Erfinder und Namensgeber, wollte mit seinem aus Messing gebauten Instrument die Palette der Holzblasinstrumente in die Tiefe hin erweitern. Hector Berlioz verwendete es 1844 erstmals und sagte ihm eine große Zukunft voraus. Doch seinen Durchbruch erlebte es in der Blasmusik und vor allem im Jazz. Über diesen Weg fand es Eingang in die E-Musik, als Instrument, das den angestrebten Bruch mit der Tradition und die Schaffung einer radikal anderen Musik besonders ohren- und augenfällig machen konnte.

Dafür stehen etwa Iberts Kammerkonzert aus dem Jahr 1935 und Schulhoffs Hot-Sonate für Saxofon und Klavier (1930), bearbeitet von Detlef Bensmann. Ibert eröffnet sein Werk mit einem übermütig jazzenden, spritzig-swingenden Satz und lässt einen zweiten folgen, der lyrisch beginnt und sich dann scherzoartig spielerisch entwickelt. Schulhoff nutzte in den zwanziger Jahren wie kein anderer Komponist jazztypische Rhythmen und Intonationen. In der Hot-Sonate verwandelte er sich unterschiedlichste Jazzstile seiner Zeit an.

In seinem dramatischen Gedicht „Manfred“ schuf Lord Byron eine Kultfigur der Romantik. Manfred strebt nach radikaler Selbstverwirklichung, wobei er Grenzen überschreitet und Tabus bricht. Schumann ließ sich davon zu einer Musik inspirieren, die scheinbare Sicherheiten immer wieder in Frage stellt und an Grenzerfahrungen rührt. Auch die zweite Sinfonie zeugt von Grenzerfahrungen: von einer tiefen Krise des Komponisten.

„Schumann gehört immer wieder auf den Konzertplan. Hier rahmen seine Werke zwei Jazz-inspirierte Saxofon-Konzerte ein. Deutsche Romantik und Unterhaltung. Dazu am Pult einer der führenden Dirigierprofessoren Deutschlands."
Evan Christ

Joonatan Rautiola – Saxofon / Gefördert von der Sieghardt-Rometsch-Stiftung
Philharmonisches Orchester
Dirigent: Ulrich Windfuhr

Freitag, 27. Januar 2017 & Sonntag, 29. Januar 2017

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