3. Philharmonisches Konzert

SAMUEL BARBER (1910-1981)
Ouvertüre zu „The School for Scandal“ op. 5 

SAMUEL BARBER
Violinkonzert op. 14 

SERGEJ RACHMANINOW (1873-1943)
Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Samuel Barber und Sergej Rachmaninow sind einander in mindestens dreierlei Hinsicht ähnlich: Sie waren zu ihrer Zeit außerordentlich erfolgreich. Barber als Komponist in Amerika und Europa, Rachmaninow wurde nicht zuletzt auch als Pianist zu einem der berühmtesten und vermögendsten Musiker der Jahre zwischen den Kriegen. Zudem erfuhren beide Komponisten große Wertschätzung im Heimatland des jeweils anderen. Rachmaninow lebte von 1918 bis 1929 in den USA und startete dort eine sensationelle Karriere als Pianist. Barber nahm 1962, mitten im Kalten Krieg, als erster amerikanischer Komponist am Kongress sowjetischer Komponisten in Moskau teil. Schließlich teilten sie ihre Vorliebe für die Musiksprache des 19. Jahrhunderts und nahmen neuere Entwicklungen nur zögerlich in ihre Werke auf. Barber setzte ab 1940 verstärkt Dissonanzen, synkopierte Rhythmen und tonale Mehrdeutigkeit ein. Bei Rachmaninow finden sich Einflüsse des Jazz.

Die Ouvertüre zu Richard Sheridans Komödie „The School for Scandal“ (London 1777) schrieb Barber 1931, während seiner Studienzeit. Sie war nicht als Eröffnung einer Bühnenmusik gedacht, sondern sollte den Geist des Stückes komprimiert wiedergeben. Die Komödie nimmt üble Nachrede und Scheinheiligkeit aufs Korn, wie sie zu jener Zeit in der Londoner „besseren Gesellschaft“ an der Tagesordnung waren. Das Violinkonzert schrieb Barber 1939/40 für ein Geigen-Wunderkind, dem es jedoch zunächst als zu leicht erschien. Barber reicherte das Werk daraufhin mit technisch schwierigen, brillanten Effekten an.

Rachmaninows Musik wurde und wird als rauschhaft und hoch emotional empfunden. Dass die Unterhaltungsindustrie gerne bei Rachmaninow Anleihen nahm, versteht man unmittelbar sinnlich gleich zu Beginn der zweiten Sinfonie. Hier wird man akustisch sogleich in „ganz großes Kino“ versetzt. Der dritte Satz fand Eingang in die Popmusik. Eric Carmen verwandelte das Thema in seinen Hit „Never Gonna Fall in Love Again“, bekannt nicht zuletzt in der Version von John Travolta.

„Dies ist so etwas wie ein Heimweh-Programm. Rachmaninow klingt so sehr nach Filmmusik, dass wir Amerikaner ihn fast als Einheimischen sehen. Samuel Barber wiederum ist als Komponist amerikanisches Urgestein."
Evan Christ

Alexi Kenney – Violine / Gefördert durch ein C. F. Holtmann-Stipendium
Philharmonisches Orchester
Dirigent: GMD Evan Christ

Freitag, 18. November 2016 & Sonntag, 20. November 2016

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