2. Philharmonisches Konzert

ANATOLI LJADOW (1855-1914)
Der verzauberte See op. 62

SERGEJ PROKOFJEW (1891-1953)
Sinfonisches Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 125

DMITRI SCHOSTAKOWITSCH (1906-1975)
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Anatoli Ljadow scheute die Öffentlichkeit, liebte kurze Musikstücke, war sehr selbstkritisch und schrieb nicht viele Werke. Gleichwohl war er wichtig im „Mächtigen Häuflein“, jener Gruppierung russischer Komponisten, die heimische Sujets und Musiksprache propagierten. Das Tongemälde „Der verzauberte See“ von 1909 schätzte Ljadow selbst hoch ein. Die etwa achtminütige Komposition ist ein Meisterwerk orchestraler Klanggestaltung. Ljadow etablierte eine musikalische Fläche (den See) und beleuchtete sie effektvoll und abwechslungsreich mit Klangfarben und Harmonien.

Anders als Ljadow bewegten sich Sergej Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch im Licht der Öffentlichkeit und schufen ein umfangreiches Œuvre. Während Schostakowitsch die UdSSR jeweils nur für kürzere Zeit verließ, lebte Prokofjew von 1918 bis 1936 in den USA und in Europa. Ab 1927 hielt er sich wiederholt in der Sowjetunion auf. Dort war seine Musik stets gegenwärtig, und im Ausland galt er als Repräsentant sow­je­tischer Musik. Dass er zu einer Zeit in die SU zurückkehrte, in der Repressionen stark zunahmen, wirft bis heute Fragen auf.

Prokofjews melodienreiches op. 125 entstand 1950/51 in enger Zusammenarbeit mit Mstislaw Rostropowitsch, einem der bedeutendsten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Schostakowitsch schrieb die fünfte Sinfonie 1937. Das Werk bildete seine „Bewährungsprobe“ im Sinne der Machthaber, inhaltlich setzte sich der Komponist mit der aktuellen Situation auseinander.

Schostakowitschs Schaffen und seine Biografie sind eng verbunden mit den Entwicklungen in der Sowjetunion. Viele seiner Werke wurden in Ost und West gleichermaßen wahr­genommen, mit allerdings unterschiedlicher und nicht gleich­bleibender Bewertung. 1936 begann mit der Kritik an seiner Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ eine Hexenjagd auf alle Komponisten, deren Werke nicht den Maßgaben des Sozialistischen Realismus entsprachen. Für Schostakowitsch bedeutete dies eine existenzielle Bedrohung.

„Diese Werke zeigen unterschiedlichste Facetten der russischen Seele. Schostakowitschs fünfte Sinfonie zählte schon früh zu meinen Lieblingsstücken. Ich kenne sie auch als Mitwirkender. Das Jugendorchester, in dem ich die Solo-Oboe spielte, führte sie auf."
Evan Christ

Maximilian Hornung – Violoncello
Philharmonisches Orchester
Dirigent: GMD Evan Christ

Freitag, 21. Oktober 2016 & Sonntag, 23. Oktober 2016

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