Max-Grünebaum-Preis in Cottbus zum 21. Mal an Künstler und Wissenschaftler verliehen

ZU DEN PREISTRÄGERN 
Die Preisträger des Staatstheaters Cottbus 2017 

Der Schauspieler Henning Strübbe erhielt den Max-GrünebaumPreis 2017. Er wurde 1981 im westfälischen Ibbenbüren geboren und studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Sein Erstengagement führte ihn an die Wuppertaler Bühnen. Ab 2009 war er Mitglied im Ensemble des Rheinischen Landestheaters Neuss. Seit der Spielzeit 2015/2016 ist Henning Strübbe am Staatstheater Cottbus tätig. Der engagierte, offene, ehrgeizige und außerordentlich kollegiale Henning Strübbe überzeugt durch große gedankliche Klarheit, sprachliche Schärfe sowie ein konzentriertes, intensives Spiel. Als Marinelli in Lessings EMILIA GALOTTI gelingt es ihm hervorragend, den Charakter eines „zweiten Mannes“ hinter der Macht zu kreieren. Zugleich schenkt er seiner Figur immer wieder Momente, die die tiefsten Sehnsüchte dieses vermeintlichen Intriganten deutlich erahnen lassen. So macht er seinen Marinelli zu einer der unvergesslichen Hauptfiguren der Inszenierung. Weitere, sehr überzeugende schauspielerische Darstellungen vervollständigen das Bild dieses talentierten jungen Schauspielers. Zu nennen sind insbesondere sein Laertes in HAMLET sowie die verschiedenen Rollen in DRAUSSEN VOR DER TÜR und VERBRENNUNGEN.

Der zweite Max-Grünebaum-Preis 2017 ging an den Sänger Andreas Jäpel. Der Bariton, in Dresden geboren, erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Dresdner Kreuzchor. Danach studierte er Gesang an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden bei Frau Prof. Christiane Junghanns. Ein erstes Engagement führte ihn an das Mitteldeutsche Landestheater nach Wittenberg. Seit 1999 gehört Andreas Jäpel zum Ensemble des Staatstheaters Cottbus. Andreas Jäpel besticht sowohl durch sängerische Brillanz als auch durch intensives szenisches Darstellungsvermögen. Beides stellt er beispielhaft als Peer Gynt in Werner Egks gleichnamiger Oper unter Beweis. Vor allem ihm war es zu verdanken, dass diese äußerst selten gespielte Oper ein Glanzpunkt der Saison 2013/14 wurde. Besucher aus Nah und Fern feierten ihn in dieser Marathon-Partie. Mit stimmlicher Faszination gestaltete Andreas Jäpel ebenso überzeugend den Don Pizarro in der denkwürdigen Aufführungsserie von FIDELIO im ehemaligen Cottbuser Zuchthaus, Baron Scarpia in der Oper TOSCA, Orest in ELEKTRA und Marquis von Posa in Verdis DON CARLOS. Sein Wozzeck in Alban Bergs gleichnamiger Oper wurde von Publikum wie Kritik über alle Maßen gelobt.

Der Karl-Newman-Förderpreis wurde an den Tontechniker Sebastian Thoss verliehen. Der gelernte Veranstaltungskaufmann, in Cottbus geboren, war seit 2004 in den verschiedensten Bereichen für Veranstaltungstechnik und -organisation tätig. Mit seinem Geschäftspartner leitete er seit 2007 die Firma „schoen + thoss“ und betreute Konzerte und Veranstaltungen von der tontechnischen Planung bis zur Durchführung. Diese Arbeit führte ihn durch ganz Deutschland über die Schweiz bis nach Südafrika. Berufsbegleitend absolvierte er eine Ausbildung als Gitarrenlehrer und arbeitete zudem als Musiker und Dozent für klassische Gitarre. Seit Mai 2015 ist er Tontechniker am Staatstheater Cottbus. Sebastian Thoss verfügt in seinem Arbeitsfeld sowohl tontechnisch als auch musikalisch über eine herausragende fachliche Kompetenz und Kreativität. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Tonübertragung bei Konzerten, Musicals und Opern, z.B. bei FIDELIO IM ZUCHTHAUS, SUGAR, SONNENALLEE und TONFILMSCHLAGER UND SCHNULZEN. Die Qualität seiner Arbeit erlaubt es dem Theater, auch bei Spezialaufgaben, insbesondere für das Orchester, auf die Verpflichtung von zusätzlichen Fachleuten zu verzichten. Von Künstlern und Kollegen gleichermaßen außerordentlich geschätzt, ist er ein unverzichtbarer Leistungsträger der Tonabteilung geworden, der es versteht, jedermann mit seinem Elan mitzureißen. Besonders hervorhebenswert sind die Hartnäckigkeit, mit der er Problemlösungen sucht und die völlige Unfähigkeit, oberflächlich zu arbeiten.

Die Preisträger der BTU Cottbus-Senftenberg 2017
Der mit 5.000 Euro dotierte Max-Grünebaum-Preis 2017 wurde an Dr.-Ing. Lukasz Lopacinski von der BTU Cottbus-Senftenberg für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen verliehen. Den Ernst-FrankFörderpreis der BTU Cottbus-Senftenberg erhielt in diesem Jahr Caroline Krebs.

Lukasz Lopacinski schrieb seine mit dem Prädikat „summa cum laude“ bewertete Doktorarbeit zum Thema „Verbesserung des Durchsatzes und der Zuverlässigkeit von drahtlosen Ultrahochgeschwindigkeitskommunikationen auf data link layer Ebene“ am Fachgebiet Systeme von Prof. Dr.- Ing. Rolf Kraemer. Die Dissertation entstand im Rahmen des Teilprojekts „End-2-End100“ im DFG-Schwerpunktprogramm „Wireless 100 Gb/s and beyond“. Sie adressiert Verfahren für den Fehlerschutz von drahtlosen Kommunikationsverbindungen mit Datenraten von über 100 Gigabyte pro Sekunde. Dass drahtlose Kommunikation bei extrem hohen Datenraten bisher nicht möglich war, liegt unter anderem an den sehr hohen Fehlerraten, die durch den Übertragungskanal verursacht werden.

Lopacinski hat im Zuge seiner Arbeit ein System zur effizienten Fehlerkorrektur entworfen, dass nicht nur prinzipiell funktioniert, sondern hinsichtlich der Integrierbarkeit und Energieeffizienz für zukünftige ChipGenerationen hervorragend geeignet ist. Damit hat er bisherige ReferenzErgebnisse anderer Forschergruppen signifikant verbessern können. Die Ergebnisse konnte er nicht nur mittels Simulationen, sondern auch durch die Realisierung seines Konzepts nachweisen. Während seiner dreijährigen Dissertationsphase verfasste Lopacinski als Erstautor zwei Journalbeiträge und neun „peer reviewed“ Konferenzbeiträge. Zudem wurde er mit dem „Young Engineering Award“ der Information Security Solutions Europe Conference ausgezeichnet. Mit gerade einmal 31 Jahren hat Lukasz Lopacinski bereits vier Jahre Erfahrung in der Industrie sowie eine herausragende Doktorarbeit vorzuweisen. Über seine eigene Arbeit hinaus unterstützte er seine Kollegen bei deren Forschungsfragen, insbesondere auch bei praktischen Problemen.

Der Ernst-Frank-Förderpreis der BTU Cottbus-Senftenberg geht in diesem Jahr an Caroline Krebs. Die Studentin im Master-Studiengang Betriebswirtschaftslehre konnte mit überdurchschnittlichen akademischen Leistungen und einer starken internationalen Orientierung überzeugen. Bereits während ihres Bachelor-Studiums in International Business Studies an der Universität Erlangen-Nürnberg verbrachte sie zwei Semester an der ESC Clermont Graduate School of Management in Clermont-Ferrand, Frankreich. Aktuell befindet sich Caroline Krebs für ein Auslandsstudium an der University of the West of Scotland in Hamilton. Ihr ehrenamtliches Engagement als Mitglied und Sprecherin der Studentengemeinde Cottbus, Willkommens-Lotsin der Stadt Hanau, sowie als Gruppenleiterin bei der Katholischen Jugend Kahl spiegelt ihren Einsatz für die Gesellschaft wider. Bereits während ihres Studiums konnte Caroline Krebs außerdem einen außergewöhnlich breiten beruflichen Erfahrungsschatz sammeln. In Nebenjobs und Praktika von der Unternehmenskommunikation bis hin zum Einzelhandel konnte sie ihr Wissen aus dem Studium anwenden und die Erfahrungen aus der Berufswelt mit Studieninhalten verknüpfen.